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Victron-Installation Wohnmobil

Lesedauer 3 Minuten

Aktualisiert – Oktober 28, 2025

Nachfolgend soll eine Victron-Installation im Wohnmobil beispielhaft beschrieben werden. Der Schaltplan ist fotorealistisch gestaltet, um ihn anschaulicher und auch für Laien verständlich zu halten.

Dieses Installations-Beispiel geht von einer 200W PV-Anlage mit 200 Ah LiFePo4-Batterien mit integriertem BMS und einem 1.200 VA-Wechselrichter aus. Eine leistungsmäßig größere Installation mit 1.150 W PV, 1.120 Ah LiFePo4, 400 W externem BMS und 1.200 VA-Wechselrichter ist hier beschrieben.

Komponenten

Die gezeigten Komponenten, wie FI-Schalter, Sicherungen und Batterien dienen nur der Veranschaulichung. Sowohl Hersteller, als auch Daten und Kabelquerschnitte sind den eigenen Erfordernissen anzupassen.

Kurze Wege

Kürzeste Leitungswege und große Querschnitte sind besonders beim Anschluss der Batterien untereinander, sowie des Lade-Boosters und Wechselrichters an die Aufbaubatterie zu beachten. Alle Verbindungen sind mit ordnungsgemäßen Quetschverbindungen herzustellen.

Aderendhülsen sind für Schraubverbindungen, Rohrkabelschuhe für Batterieanschlüsse zu verwenden.

230V-Verkabelung im Wohnmobil ist mit 2,5 mm2 Gummileitung vorzunehmen, deren Aderenden mit Aderendhülsen zu versehen sind.

Funktionsweise

Stromerzeugung via PV-Module

Bei ausreichend Sonneneinstrahlung schaltet der MPPT-Regler die Spannungsversorgung der Solarpaneele auf die Aufbau-Batterien und lädt diese.

Stromerzeugung via DCDC-Wandler und Lichtmaschine

Während der Fahrt erzeugt die Lichtmaschine Energie, um einerseits die Starter-Batterie zu laden, die Fahrzeugsysteme zu versorgen, andererseits, soweit Leistungsreserven bestehen, diese in de DCDC-Wandler zu leiten. Dieser gleicht mögliche Leitungsverluste aus und sorgt für eine Spannungsanpassung gemäß der Ladecharakteristik des angeschlossenen-Batterietyps. Auf diese Weise kann während der Fahrt – auch zusätzlich zu den PV-Modulen – die Ladeenergie der Lichtmaschine für die Aufbau-Batterien genutzt werden.

Stromerzeugung durch Ladegerät

Sofern, wie in den meisten Fälen zutreffend, Aufbau-(LiFEPo4) und Starter-Batterien (AGM)‘ von unterschiedlichem Typ sind, werden bei Landstrom-Versorgung je Typ ein separates Ladegerät benötigt, sofern nicht nur die Aufbau-Batterie(n) geladen werden sollen. Daher sind in dem Schaltplan auch zwei Ladegeräte integriert.

Das am externen 230V-CEE-Stecker, nach dem bordseitig verbauten FI-Schalter und Sicherungskasten, angeschlossene Ladegerät versorgt ausgangsseitig die Starter-Batterie mit ihrer AGM-typischen Ladecharakteristik, während das Aufbau-Ladegerät die Aufbau-Batterie mit der Ladecharakteristik für LiFePo4-Batterien speist.

Wechselrichter

Der Wechselrichter dient der Versorgung von 230V-AC-Verbrauchern, wenn kein Landstrom verfügbar ist.

Verbraucher können natürlich auch die Ladegeräte, insbesondere das für die Starter-Batterie sein. Sollte wider Erwarten diese, natürlich völlig grundlos …, über Nacht leer geworden sein, hat man auf diese Weise einen Notbehelf an Bord und kann, so noch genügend Kapazität in den Aufbau-Batterien gegeben ist, über den Wechselrichter und das Ladegerät die Starter-Batterie zumindest wieder startfähig aufladen.

Dass man über das Aufbau-Ladegerät, indem man dessen 230V-Stecker in die Steckdose des Wechselrichters steckt, nicht die Aufbau-Batterien laden kann, dürfte verständlich sein: die benötigte Energie wäre höher (durch die Wandler-Verluste), als die letztlich eingespeiste. Sprich, die Aufbau-Batterie würde nicht geladen, sondern entladen.

Schaltplan

Stückliste

Die universell gehaltene Stückliste beinhaltet also, abgesehen von den PV-Modulen, Batterien und Sicherungen, wie Anschlussbuchsen / -kabeln:

  • 1x MPPT-Regler
    Der MPPT-Regler muss entsprechend der Leistung der PV-Module in Summe und für die maximal anliegende Spannung ausgelegt werden, z.B. Victron SmartSolar 75 .. 250 V bei 10 .. 100 A
  • 1x Lade-Booster
    Der Lade-Booster muss dem Leistungsvermögen der Lichtmaschine entsprechend gewählt werden, z.B. Victron TR Smart 15 / 17 / 30A
  • 1x Wechselrichter
    Der Wechselrichter muss der Spannung der Aufbaubatterie entsprechen (12 .. 48 V DC) und seine maximale Leistungsabgabe der gegebenen Kapazität der Aufbau-Batterien angepasst sein, z.B. Victron VE.Direct 250 .. 1.600 VA, bzw. Victron MultiPlus (II) 800 .. 5.000 VA, bzw. 3.000 … 15.000 VA
  • 1x 230 V AC Ladegerät (Aufbau-Batterie), z.B. Victron Blue Smart IP 22 Charger
  • 1x 230 V AC Ladegerät (Starter-Batterie), z.B. Victron Blue Smart IP 22 Charger

Preise sind bewusst nicht angegeben, da sie erfahrungsgemäß schwanken und somit zum Zeitpunkt des Lesens dieses Beitrags u.U. nicht mehr aktuell sind. Preis-Vergleichs-Portale geben aktuelle Preisauskünfte.

– Achtung –

4 Gedanken zu „Victron-Installation Wohnmobil“

  1. Guten Tag, ich benötige ein Angebot über ein komplett Paket wie in Ihren Schaltplan da gestellt. aber ohne Ladegerät für die Starterbatterie, ohne Batterien und ohne PV Paneele.
    Vorhanden sind 800W PV und 2 LIFEPO4 12.8v 280AH Batterien von ECO-WORTHY.
    Ich hoffe dass sie mir weiter helfen mein Projekt die ich mit die Paneele und Batterien erworben habe.
    Ich bin langjährige Elektro Servicetechniker also ist die Fachgerechten Installation kein Problem
    MfG Stephen Preece

    1. Ich habe den Beitrag um eine konkrete Stückliste ergänzt. Preise, wie dort erwähnt, variieren und können daher nicht verbindlich aufgeführt werden. Hier ist der Besuch der allgemein bekannten Preis-Vergleichs-Portale angeraten.
      Mein Angebot bezieht sich auf Ausarbeitung konkreter Projekt-Planungen, Überprüfung vorliegender Projekt-Unterlagen hinsichtlich Eignung und Kompatibilität, sowie individuelle Beratung zur Durchführung.
      Es wird kein Verkauf von Komponenten angeboten, da in Bezug auf Gewährleistung der direkte Kontakt zwischen Kunde und Fachhandel favorisiert wird, um einen zeitlich zügigen Ablauf von möglichen Reklamationen zu ermöglichen, – ohne Umwege.

    2. Moin, Fragen zu den 2 Ladegeräte.
      1
      Das Ladegerät an der Starterbatterie lädt doch auch über den Booster die Versorger.
      2
      Es gibt doch Ladegeräte mit mehreren Ausgängen.
      Warum schlägst du 2 Ladegeräte vor.
      Vielen Dank

      1. Ein Lade-Booster lädt nur während der Fahrt über die Lichtmaschine des Fahrzeugs. Im Stand erfolgt keine Ladung.
        Dieses Defizit gleicht, bei Landstromversorgung im Stand, das separate 230V-Ladegerät aus.

        Einerseits ist das Victron Phoenix Smart IP43 12/50 mit zwei separaten Ladeausgängen teurer als zwei einzelne Victron Blue Smart IP22 12/30, andererseits hat man mit zwei getrennten Ladegeräten eine Fallback-Lösung, sollte eines defekt werden, kann es bedarfsweise gegen das funktionierende getauscht werden kann.

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