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EHS – Elektrohypersensibilität

Lesedauer 3 Minuten

Aktualisiert – Januar 21, 2024

Unter dem Kürzel EHS (ElektroHyperSensibilität) werden gemäß Definition des Verbandes der Europäischen Umweltmediziner unspezifische Symptome zusammengefasst, wie z.B. Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Ohrgeräusche, erhöhte Reizbarkeit, Schlafstörungen, Schwindel oder Taubheitsgefühle, die durch künstlich erzeugte elektromagnetische Felder hervorgerufen werden.

Das diffuse und nicht direkt greifbare Krankheitsbild führt zu häufigem Unverständnis der Öffentlichkeit und frequentierten Ärzte. Deshalb hat der Verband der Europäischen Umweltmediziner angeregt, EHS klinisch als einen Teil der chronischen Multi-Systemerkrankungen* zu bewerten und anzuerkennen, dass umweltspezifische Gründe hierfür vorliegen.

Biologische Auswirkungen

Elektromagnetische Felder (EMF) haben bei kurzfristiger Einwirkung die Aktivierung des Immunsystems zur Folge, was zu Stressreaktionen führt. Länger anhaltende Hochfrequenz(HF)-Bestrahlung bewirkt ein intrazelluläres Ungleichgewicht, u.a. durch einen übermäßigen Kalzium-Anstieg, der Zell- und auch DNS-Schäden, mithin die Entstehung von Tumoren induzieren kann, wenn die Zellreparaturmechanismen die Defekte nicht fehlerfrei beheben können.
Bemerkenswert ist, dass solche Auswirkungen auch bei Belastungen unterhalb geltender Grenzwerte zu beobachten sind.

Studien zu EMF-Auswirkungen

Die Problematik der Auswirkungen von EMF wurde von bisher knapp tausend Studien aus vielerlei Blickwinkeln betrachtet und ist damit aus dem Bereich der „eingebildeten Krankheiten“ heraus gehoben worden. Lobbyismus steht auch hier oft im Wege. Es gilt daher die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren, um gebührende Beachtung seitens aller beteiligten Disziplinen zu erzielen und Betroffenen Anerkenntnis, sowie wirksame Hilfe zuteil werden zu lassen, Grenzwerte zu überdenken und kurzfristig gesetzliche Novellierungen auf den Weg zu bringen.

Studie zu 5G

In einem Beitrag vom 29.04.2023, Update vom 07.05.2023, berichtet EpochHealth über gesundheitliche Auswirkungen von 5G Strahlung im Falle einer Schwedin, deren Haus 60 m von einem errichteten 5G-Funkmast entfernt wohnt und über gesundheitliche Beeinträchtigungen klagte.

Unterstützung zur Selbsthilfe

Ein Selbsthilfe-Netzwerk im Landkreis Ravensburg engagiert sich regional für einen Verzicht auf 5G, die Etablierung einer Weiterbildung „Klinische Umweltmedizin“ in der Ausbildung der Ärzte und andere Aktivitäten u.v.a.m..

Auch die Weisse-Zone-Rhön e.V. unterstützt die Einwohner in dem Bestreben nach weniger Strahlenbelastung, gerade auch im Hinblick auf elektrosensible Bürger und den geplanten 5G-Ausbau, weist auf Gefahren hin, die nicht nur Vorsorge, sondern Gefahrenabwehr fordern.

Der Problematik Elektrosensibilität widmet sich ebenso der Verein für Elektrosensible und Mobilfunkgeschädigte e.V..

Die Europäische Akademie für Umweltmedizin (EUROPAEM) – Arbeitsgruppe EMF hat bereits 2016 eine Leitlinie zur Prävention, Diagnostik und Therapie EMF‐bedingter Beschwerden und Krankheiten* herausgegeben.

Auszugsweises Zitat: „Diese EMF Leitlinie bietet einen Überblick über den derzeitigen Wissensstand zu EMF-bedingten Gesundheitsrisiken und gibt Empfehlungen für die Diagnose, Behandlung und Barrierefreiheit von EHS, um den individuellen Gesundheitszustand Betroffener zu verbessern bzw. wiederherzustellen sowie zur Entwicklung von Präventionsstrategien.“

Kontakt zu Umweltmedizinern

Der Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V. bietet ein Portal zur Suche mit Umweltmedizin vertrauten Ärzten in regionaler Umgebung.

Abschirm-Maßnahmen

Neben der Abschirmung von Räumen ist die Problematik für EHS-Betroffene u.a. auch der Schutz außerhalb der eigenen vier Wände, auf der Straße, beim Einkauf, etc..

Zwei Betroffene haben aus der Not eine Tugend gemacht und sich mit strahlungsreflektierenden Geweben befasst. Sie schneidern aus entsprechend ausgerüsteten Stoffen Kleidung, funktional und modisch gleichermaßen.

Allerdings ist die Wirkung der Abschirmung begrenzt, denn die Stoffe unterliegen nicht allein durch das Tragen, sondern auch die wiederkehrenden Waschvorgänge einer Beanspruchung, die die Abschirmleistung mit der Zeit reduziert. Auch ist empfohlen, entsprechend ausgestattete Kleidungsstücke in mehreren Schichten über einander zu tragen, um die Strahlungsbelastung größtmöglich zu reduzieren.
Technisch bezeichnet man Abschirmung als Dämpfung. Die Einheit für das Dämpfungsmaß ist dB (dezi Bel). Ein negativer Wert repräsentiert eine Minderung der Strahlungsleistung, ein positiver Wert eine Verstärkung. Eine Dämpfung von -50 dB entspricht einer Verminderung der Strahlung auf 99,999 %.
Der Laie würde nun mutmaßen, dass diese Reduktion ja schon gewaltig sei. Doch entspricht dieser Wert immer noch dem Geräusch einer Nebenstraße zur Hauptverkehrszeit. Erst 99,999.999.99 % würde -100 dB, mithin Stille entsprechen. Es kommt hier also sehr auf die Anzahl der Stellen nach dem Komma an!

Das Angebot von Wavesafe® ist sehr umfassend, neben Kleidung werden auch andere Artikel rund um den Schutz vor EMF angeboten.

Ein Gedanke zu „EHS – Elektrohypersensibilität“

  1. Lieber Achim,
    vielen Dank für deine tolle Ausführungen zu EHS. Ich wurde, wie vermutlich viele andere Menschen auch, bislang falsch diagnostiziert und behandelt. Es ist davon auszugehen, dass es ein steiniger Weg ist, bis diese Krankheit anerkannt wird. Dennoch habe ich mich dazu entschieden, diesen Weg zu gehen.
    Danke für Dein sein.
    Alles Liebe und Gute
    Ulla

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