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Wasser-Management

Lesedauer 5 Minuten

Aktualisiert – Dezember 31, 2022

Wasserbeschaffung, Wasser-Management, ein für Wohnmobilisten offenbar häufig leidiges Thema. Einerseits scheint es schwierig, Trinkwasser zu bekommen, andererseits stößt oft das Verbrauchsverhalten zu schnell an die relativ engen Kapazitätsgrenzen der verbauten Wassertanks.

Damit war der Gedanke geboren, den Verbrauch von Trinkwasser zu erfassen und zu visualisieren. Hieraus wiederum ergab sich die Idee, auch das Befüllen mit Trinkwasser mehr oder minder zu automatisieren. Liegt der Verbrauch seit vollständiger Tankbefüllung vor, weiß man nicht nur, wieviel Wasser verbraucht wurde, sondern auch, wieviel es nachzufüllen gilt. Und dies ohne Überschwemmung durch überlaufende Einfüllstutzen, etc..

Ein Wasserzähler wie daheim schied aus Größen- und Gewichtsgründen aus. Digital sollte es sein, zuverlässig, übersichtlich und einfach zu bedienen. So fand sich der mit 12 V DC betriebene Wasserdurchflussmesser mit Digital-Anzeige des in Liter summierenden Verbrauchs, Durchflussmenge je Minute und Temperatur in C°, inklusive Hall-Sensor, Temperatur-Sensor, 12 V DC Magnetventil und 230V AC Stecker-Netzteil.

p.s. Bei dieser Maßnahme bietet sich die Gelegenheit, gleich ein manuelles Absperrventil in den vom Wassertank kommenden Wasserschlauch einzubauen!

Verbrauchsmessung

Der Hallsensor hat 1/2″-Außengewinde (AG), die beide mit einer Reduzierung von 1 /2″ Innengewinde (IG) auf 3/4″ AG versehen werden. Darauf achten, dass die Reduzierung auf der 1/2″-IG-Seite eine Gummidichtung aufweist (getreu dem Motto „doppelt hält besser“).
Auf zwei Gewindegänge des 1/2″ AG wird das anaerob abbindene, spaltfüllende Petec rundum aufgetragen. Danach wird die Reduzierung aufgeschraubt. Die Verbindung ist sofort wasserdicht.

Auf die 3/4″ AG wird jeweils eine Winkel-Schlauchverschraubung 3/4″ auf 1/2″ Schlauchtülle (entsprechend des seitens der Wasserpumpe verbauten Schlauchdurchmessers) aufgeschraubt. Auch hier auf den korrekten Sitz der Gummidichtung achten.

Vor dem Einbau ist der Stecker des Hall-Sensors abzuschneiden, die Enden auf etwa 4 mm abzuisolieren und zu verzinnen. Ein fünfadriges Kabel (wird der Temperatursensor nicht benötigt, genügt ein dreiadriges) wird von seiner Isolierung etwa 8 cm befreit. Die Enden wieder etwa 4 mm abisoliert und verzinnt. Über die 8 cm Enden werden Schrumpfschläuche gezogen, um die Lötverbindungen zu isolieren. Über alle drei oder fünf Adern wird ein weiterer Schrumpfschlauch gezogen, um eine höhere Stabilität zu gewährleisten.
Leider hat der Hersteller am Verbindungskabel zum Controller nicht die selben Aderfarben gewählt, wie an den Sensoren. Daher am abgeschnittenen Buchsenteil des Sensors die Farben notieren und die Farben am Verbindungskabel entsprechend zuordnen. Jetzt auch den dreiadrigen Stecker abschneiden, Kabelenden etwa 4 mm abisolieren, verzinnen und in korrekter Zuordnung mit einander verlöten.

Nun die drei dünneren Schrumpfschläuche mittig über die Lötstellen schieben und mittels Heißluftpistole schrumpfen. Abschließend den größeren Schrumpfschlauch so positionieren, dass er noch den Anfang des Kabelmantels abdeckt und schrumpfen.
In gleicher Weise wird bei verbautem Temperatursensor mit dessen Anschlüssen verfahren.

Diese Einheit wird jetzt in den Schlauch auf der Saugseite der Wasserpumpe eingefügt und mit geeigneter Schlauchschelle über eine der Reduzierungen fixiert. Auf diese Weise bleibt der Sensor auch bei Druckwasserpumpen stetig drucklos. Auf dem Hall-Sensor befindet sich rückseitig ein Pfeil, der die Fließrichtung angibt. Eingangsseitig wird die Tankleitung, ausgangsseitig die Eingangsleitung der Pumpe angeschlossen.

In die Tankleitung vor der Pumpe eingebauter Hall-Sensor

Das drei- oder fünfadrige Kabel gilt es nun an den Ort zu verlegen, an dem der Controller mit der Digitalanzeige montiert werden soll. Die Kabellänge ist bis zu 10 m unkritisch. Gleichfalls muss eine zweiadrige 12 V DC Leitung zum Controller verlegt werden.

Die Kabelverlegung ist der zeitintensivste Part der Aktion. Idealerweise schaltet man noch eine Sicherung von 3 A in die Plusleitung, entweder eine fliegende Sicherung oder über ein übersichtlicheres Sicherungs-Panel.

Der Controller kann mittels rückseitig angebrachtem doppelseitigem Klebeband befestigt werden und ist so im Zweifel leicht demontier- und austauschbar.

Montierte Controller für Verbrauchs- und Füllmengen-Messung

Die Bedienung des Controllers ist recht einfach. Ein Druck auf die Taste Run/Stop schaltet die Messeinheit ein, die Controller Led leuchtet grün. Ein erneuter Druck auf diese Taste lässt die grüne LED erlöschen und schaltet die rote LED ein; die Messeinheit ist ausgeschaltet. Bei der Verbrauchsmessung bleibt die grüne LED ständig aktiv.

Reset der Messwerte erfolgt nach Auswahl des jeweiligen Wertes über mehrfaches Drücken der Taste Menu und anschließendes Halten der Taste Clear für länger als 3 Sekunden bis zum Signalton.

Die Einstellung des K-Wertes wird nur bei Austausch des Hall-Sensors erforderlich. Jedem Hall-Sensors liegt ein Datenblatt bei, aus dem der K-Wert hervorgeht.

Die Temperatur der Temperatur-Sensoren wird permanent angezeigt.

Füllmengenmessung – und automatischer Wasserstop

Hier kommt jetzt die Magnetventil-Funktion des Controllers zum Einsatz.

Weiß man, das lt. Digital-Anzeige 118 Liter verbraucht wurden, stellt man am Controller die Füllmengenvorwahl auf eben diese Liter ein, schließt den Füllschlauch an, öffnet de Wasserhahn und drück die Taste Run/Stop am Controller. Das Magnetventil öffnet und schließt letztlich automatisch bei Erreichen des eingestellten Zählerstandes.

Bevor man in den Genuss dieser Annehmlichkeit gelangt, braucht es einen zweiten Wasserdurchflussmesser wie oben beschrieben.

Der Aufbau ist wie folgt: Gardena-Hahnanschluss 3 /4″ mit großem Durchfluss -> Reduzierstück 3/4″ AG auf 1/2″ IG -> 1/ 2″ AG Magnetventil-Anschluss -> beidseitige 1/ 2″ IG Muffe -> 1/ 2″ AG Hall-Sensor-Anschluss -> Gardena-Hahnanschluss 3/4″ mit großem Durchfluss -> Reduzierung 3/4″ AG auf 1″ IG im HT Blindstopfen -> Wassertank.

Je nach Einbausituation sind ggf. noch geeignete Winkelstücke erforderlich.

Beim hiesigen Niessmann Flair ist der Wassereinfüllstutzen mit einem HT-Rohr DN40 verbunden. So wurde ein HT Y-Abzweig eingefügt, dessen abzweigender Anschluss mit einem Blindstopfen verschlossen wurde. In diesen Blindstopfen wurde eine Bohrung eingebracht, die der Aufnahme einer Reduzierung 3/4″ AG auf 1″ IG dient. Auf das AG wird ein Gardena Hahnanschluss mit großem Durchfluss aufgeschraubt und mit einem Trinkwasser-Schlauch versehen. Dieser führt zu einer zusätzlich eingebauten Klappe mit Schloss, über die von außen ein Wasserschlauch mit Gardena-Stecksystem angeschlossen werden kann.

Während der Befüllung wird somit das Wasser über das, bis zum Erreichen der eingestellten Wassermenge eingeschaltete, Magnetventil und den nachfolgenden, die Wassermenge erfassenden Hall-Sensor, über die im DN40 HT Blindstopfen montierte Reduzierung geführt und in den Wassertank geleitet.

Um die gewünschte Füllmenge festzulegen, wird mit kurzem Drücken der Taste Menu der Menüpunkt Quantitative aufgerufen und mit langem Drücken der Taste SET bestätigt, bis der entsprechende Wert blinkt und ein Signalton ausgegeben wird.
Mit den Pfeil-AUF / AB-Tasten wird die jeweilige Stelle eingestellt und mit kurzem Drücken der Taste SET übernommen, sowie zur nächsten Stelle gewechselt.
Ist der Wert vollständig eingegeben, wird der Wert mit kurzem Drücken der Taste Menü abgespeichert und das Menü verlassen.

Drücken der Taste RUN/STOP öffnet das Magnetventil. Ist der eingestellte Füllwert erreicht, schließt das Ventil automatisch.

Fernbedienung

Möglicherweise möchte man die RUN/STOP-Taste gern außen am Wassereinfüllstutzen verfügbar haben. Zu diesem Zweck kann das Gehäuse geöffnet und ein zweiadriges Kabel parallel zu dem Taster am Controller angelötet werden (Achtung: Garantieverlust). Der neue Taster (mit roter oder grüner Ring-LED) wird zweckmäßigerweise in der Versorgungsklappe montiert.

Da die Buchse 7-polig ist (3 für den Hall-Sensor, 2 für das Magnetventil und 2 für den Temperatursensor), der Temperatursensor aber selten in die Wasserleitung integriert wird, können die zwei Temperatur-Sensor-Kabel getrennt werden.

Um eine Fehlermeldung bzgl. des fehlenden Temperatur-Sensors zu umgehen, schließt man dessen Anschlüsse direkt an die Lötstellen auf der Platine an. Mit einem für ein M8-Gewinde passenden Bohrer kann neben der Anschlussbuchse ein Loch für den Temperatursensor gebohrt und selbiger dort von innen eingeschraubt werden.

Die jetzt freien Kabelenden der Anschlussbuchse verlängert man und lötet dessen Enden an den rechten und linken Anschlüssen des internen Run-Stop-Tasters an.

Über den ohnehin in der Nähe befindlichen Relais-Anschluss im Wasserzulauf besteht die Möglichkeit, die im extern verbauten Taster befindliche LED anzusteuern. So ist eine optische Kontrolle des Schaltzustandes innen wie außen jederzeit erkennbar.

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