Zum Inhalt springen

DSL, Kabel, Glasfaser – oder was?

Lesedauer 3 Minuten

Aktualisiert – Januar 12, 2024

DSL, Kabel, Glasfaser, ist das nicht alles Kabel? – Ein lieber Freund fragte mich letztens, ob ich mir ein Bild mit einem Berg und einem Ochsen vorstellen könne? So fühle er sich gerade, nachdem ich ihm empfohlen hatte, Kabel statt DSL zu beantragen, um künftig ins Internet zu kommen. Kabel -, wo ist der Unterschied, DSL läuft doch auch über Kabel?!

Deshalb nun hier ein Beitrag, der sprichwörtlich Berge versetzen und den Weg ebnen soll, wenn es um die Entscheidung geht, den rechten Weg in das Internet zu finden.

Historie

Wer kennt noch das Piepsen und Zirpen eines Telefonhörers im Akustik-Koppler (Dataphone 21D) mit 300 .. 2.400 Bit/s oder Modems (ELSA Microlink 24.4 TQV) mit bereits 28.800 Bit/s bei der Einwahl ins Internet?

Der Akustikkoppler nahm, nach Wahl der Internet-Rufnummer, über das eingebaute Mikrofon das akustische Signal der Gegenstelle über den Lautsprecher des Telefonhörers auf und sendete über den im Akustikkoppler verbauten Lautsprecher und das im Telefonhörer vorhandene Mikrofon seinerseits Tonfolgen zurück. Die Daten wurden also in akustische Signale gewandelt und übertragen. Für Telefonate konnte man die Leitung währenddessen nicht nutzen.

Das Modem (Modulator-Demodulator) wurde an die zwei Leitungen des Telefonkabels über einen passenden Stecker an die Telefondose angeschlossen und kommunizierte auf diese Weise direkt mit der Gegenstelle, indem er, der Akustikkoppler, bzw. das Modem, die Daten einer Trägerfrequenz addierte, aufmodulierte und eingehende Daten wieder von der Trägerfrequenz subtrahierte, demodulierte. Dies zudem noch in über zehnfacher Geschwindigkeit, bis hin zu 56.000 Bit/s.

Mit der Zeit wurde die Modem-Technologie leistungsfähiger, der Datenhunger der Verbraucher größer. Früher bestanden Webseiten aus Blockgrafiken und Text, heute aus Bildern, Videos und Text. Somit wuchs der Bedarf an Bandbreite.

Festnetz-Technologien

ISDN

ISDN (Integrated Services Digital Network) erlaubte durch zwei separate Telefonleitungen und Rufnummern das Zusammenschalten beider Leitungen und damit die doppelte Datenübertragungs-Geschwindigkeit von 2 x 64.000 Bit/s. Gab man sich mit einer Leitung zufrieden, konnte über die zweite telefoniert werden.

(V)DSL

Eine weitere Steigerung wurde durch DSL (Digital Subscriber Line) und nochmals durch VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) erreicht mit bis zu 400 MBit/s (400.000.000 Bit/s, entsprechend 6.250-fach schneller als ein ISDN-Kanal).

Kabel

Parallel zu vorstehenden Entwicklungen wurde um 1980 das Kabelfernsehen populär, um auch terrestrisch ungünstig gelegene Standorte mit Rundfunk- und Fernsehprogrammen mit sog. Koaxial-Kabeln (eine zentrierte einadrige, halb-starre Kupfer-Ader mit umgebenden Abschirmfolien, -geflechten) zu versorgen. Nachdem Satellitenfernsehen das Kabelfernsehen in den Hintergrund verdrängte, wurden Kapazitäten frei, die man künftig für die Internet-Verbindungen nutzte und eine Versorgung mit Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 MBit/s (entsprechend 1 GBit/s) umsetzen konnte.

Glasfaser

Glasfasernetze ersetzen sukzessive die Kabelnetze und bieten Geschwindigkeiten von aktuell bis zu 100 GBit/s. Während in allen vorstehenden Technologien Kupferleitungen zur Übertragung genutzt werden, wird hier Licht über Glasfaser – fast in Lichtgeschwindigkeit – gesendet. Daher ist ein nochmals deutlich höherer Durchsatz an Daten möglich.

Internet unterwegs

GSM / EDGE / UMTS / LTE 3G, 4G, 5G

Mobiles Internet wurde erstmals zum Jahrhundertwechsel mit Einführung des GSM (Global System for Mobile Communications) EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) Standards mit 256 kBit/s möglich. Eine Steigerung brachte UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) 3G mit 384 kBit/s ab 2007, gefolgt von dem erweiterten UMTS Standard HSPA mit 7,2 MBit/s und HSPA+ mit 42 Bit/s. Mit LTE (Long Term Evolution) 4G stieg die Datentransferrate auf beachtliche 300 .. 1.000 MBit/s, im 5G Netz mit bis zu 1.500 MBit/s.

Diese Zugangstechnologien sind jedoch nur verfügbar, wenn eine entsprechende Mobilfunk-Abdeckung gegeben ist.

StarLink

Abhilfe in schlecht oder nicht versorgten Gebieten oder auf See bietet StarLink über aktuell etwa 4.000 Satelliten in 540 .. 570 km Höhe mit Geschwindigkeiten von 150 .. 500 MBit/s.

Dessen Satelliten versorgen nahezu alle Regionen der Erde mit Internet. Allerdings werden zum Empfang spezielle Antennen benötigt, die sich nach dem nächsten verfügbaren Satelliten ausrichten und automatisch nachführen. Antennen für den Einsatz in Fahrzeugen oder auf Schiffen während der Fahrt sind größer dimensioniert und statisch auf den Himmel gerichtet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

de_DEDeutsch