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How to – Multimeter

Lesedauer 4 Minuten

Aktualisiert – Januar 10, 2024

How to – ein Multimeter ist ein universelles elektronisches Messgerät, um Spannung, Strom, Durchgang, Dioden, Transistoren, ggf. sogar Kapazitäten, Frequenzen, Temperaturen, etc. zu messen.

Multimeter

Die generell genutzten Funktionen sind Durchgangs-, Spannungs- und Strom-Messungen, die nachfolgend erläutert werden.

Natürlich gibt es deutliche Qualitätsunterschiede, letztlich reicht die Preisspanne von etwa 20 Euro bis in den vierstelligen Bereich.

Wer ein Markenprodukt bevorzugt, liegt preislich bei 300 Euro für das abgebildete Multimeter Voltcraft VC-891, bzw. 200 Euro für das Voltcraft Zangen-Multimeter VC-750E. Die selben Produkte git es, zu entsprechend höherem Preisen, auch inkl. Kalibrier-Zertifikat, das aber in den hier erwähnten Anwendungsfällen sicherlich entbehrlich sein dürfte.

FLUKE ist ein weiterer namhafter, jahrzehntelang bewährter Hersteller professioneller Messtechnik. Die dort aufgerufenen Preise liegen folgerichtig im wenigstens zweifach höheren Preissegment.

Wer jedoch nur „mal eben“ ein „Schätz“eisen benötigt, dem dürften Geräte zwischen etwa 40 und 90 Euro durchaus gute Dienste leisten. Sollte es einmal den Geist aufgeben, vmtl. gerade eben außerhalb der Gewährleistungszeit, ist die Ersatzbeschaffung an Stelle einer Reparatur vmtl. der gängige Weg.

Beispiele aus der Praxis

Sicherung prüfen

Manchen Sicherungen sieht man auf den ersten Blick an, ob sie defekt sind oder nicht, manch andere scheinen in Ordnung. Gewissheit bringt eine Durchgangs-Messung.

Um zu prüfen, ob die Sicherung ganz ist, wird das Messgerät eingeschaltet und die Einstellung entsprechend einem Symbol ähnlich dem oben abgebildeten gewählt. Berührt man das metallene Ende der schwarzen mit dem metallenen Ende der roten Messspitze, ertönt ein akustisches Signal und die Digitalanzeige zeigt „0,0000“ an.

Ebenso reagiert das Messgerät bei einer intakten Sicherung. Bleibt das akustische Signal aus und das Display zeigt „1.0000“ an, dann hat die Sicherung keinen Durchgang, ist defekt.

Das Zeichen (Ω = Ohm) steht für die SI-Einheit des elektrischen Widerstands, nach dem deutschen Physiker Georg Simon Ohm (* 16.03.1789 – † 06.07.1854).

Leitungen zuordnen

Vorstehende Funktion ermöglicht auch die Zuordnung von Leitungen, die man visuell nicht nachverfolgen kann. So z.B. hinter Verkleidungen, Möbeln oder Kabelrohren verlegte, nicht zur Unterscheidung gekennzeichnete Leitungen in Kabelbäumen.

Hier wird eine Messspitze über ein „Verlängerungskabel“ am fraglichen Kabel angeschlossen. Mit der anderen Messspitze tastet man ein Kabel nach dem anderen ab. Hat man das korrespondierende Ende gefunden, ertönt das akustische Signal und das Display zeigt „0,0000“ an.

Spannung messen

Ob Batterie oder Steckdose, in beiden Fällen ist „Spannung“ zu messen, entweder Gleichspannung (DC – direct current (Gleichstrom)) oder Wechselspannung (AC – alternating current (Wechselstrom)), die angeschlossene Geräte mit Strom versorgen soll.

Spannungsverlauf AC / DC

Wechselspannung wechselt im Takt der Netzfrequenz (50 / 60 Hz = Schwingungen je Sekunde) zwischen + 230 und – 230 Volt, während Gleichspannung, hier z.B. + 24 V, über die Zeit stets gleichbleibend ist.

Die Prüfspitzen und Buchsen von Messgeräten sind i.d.R. schwarz (-) und rot (+) eingefärbt. Misst man die Spannung einer Batterie, eines Akkus, wird die rote (V) mit dem Plus-, die schwarze (COM) mit dem Minus-Pol verbunden.

Anschluss-Terminals für Masse (-) und Plus (+)

In der Einstellung des Wahlschalters auf DC V(olt) zeigt das Display bei einer 12V Batterie z.B. „13,242 V“ an. Vertauscht man die beiden Messspitzen, wechselt die Anzeige zu „- 13,242 V“.

Schaltplan Messanordnung (Spannung)

Die SI-Einheit Volt steht für elektrische Spannung, benannt nach dem italienischen Physiker Alessandro Giuseppe Antonio Anastasio Volta (* 18.02.1745 – † 05.03.1827), u.a. dem Erfinder der Batterie.

Strom messen

Wenn die Batterie schneller leer ist als es einem lieb ist, man vermeintlich kaum Verbraucher eingeschaltet hat, stellt sich oft die Frage: was zieht denn wieviel Strom?

Mit der Einstellung des Messgeräte-Wahlschalters auf DC A(mpère) und Anschluss der schwarzen Messleitung an COM, sowie der roten Leitung an die rote, mit „A“ bezeichnete rote Buchse lässt sich der Stromfluss in einer Gleichspannung führenden Leitung messen.

Anschluss-Terminal für Strom-Messung (A)

Hierzu trennt man die Leitung an einer zugänglichen Verbindung auf (z.B. hinter der Batterie-Sicherung, die vor der Messung zu entfernen ist!) und verbindet die rote Plus-Leitung mit dem jetzt offenen Ausgang der Sicherung, das schwarze Minus-Kabel mit dem abgeschraubten Kabelende. Nach Einsetzen der Sicherung zeigt das Messgerät den fließenden Strom an.

Schaltplan Messanordnung (Strom)

Nun kann ein Verbraucher nach dem anderen abgeschaltet und die, den jeweiligen Strombedarf repräsentierende, Differenz der Messwerte notiert werden. Nachdem alle – offensichtlichen – Verbraucher abgeschaltet wurden, sollte das Display „0,0000“ anzeigen. Wird dennoch ein Wert größer Null angezeigt, gibt es noch einen bisher unberücksichtigt gebliebenen Verbraucher …

Die SI-Einheit Ampère beschreibt die elektrische Stromstärke, sowie die abgeleitete Größe Magnetische Durchflutung, benannt nach dem französischen Mathematiker und Physiker André-Marie Ampère

Zangen-Multimeter

Es gibt sog. Zangen-Multimeter, mit denen man den Strom in einer Leitung messen kann, indem man diese möglichst mittig in dem von den beiden Zangenarmen umschlossenen Bereich positioniert und dann den Wert abliest.
Ein Auftrennen der Leitung, wie beim vorstehend beschriebenen Multimeter-Typ, ist hier also nicht erforderlich.

Zangen-Multimeter

Diese Geräte beinhalten meist die selben Funktionen wie das eingangs gezeigte Multimeter. Die zugehörigen Messleitungen werden an der unteren Stirnseite des Zangen-Multimeters angeschlossen.

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