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Welcher Router im Wohnmobil?

Lesedauer 4 Minuten

Welcher Router im Wohnmobil zu empfehlen ist, das ist für manchen eine existenzielle, für andere eine eher nebensächliche Frage.
Welche Vorteile sind mit einem Router verbunden? Und, welchem sollte man den Vorzug geben? Diese Fragen, aber auch damit im Zusammenhang stehende, sollen nachfolgend erörtert werden.

Router – Mobil oder stationär?

Mobil

Mobile Router sind sehr kompakt aufgebaut, besitzen einen eigenen Akku, im günstigsten Fall austauschbar, einen USB-Anschluss zum Laden, sowie zwei Antennen-Anschlüsse, um eine externe Antenne anzuschließen, ebenso integrierte WLAN-Antennen, um anderen Geräten über das eigene WLAN den Internet-Zugang zu ermöglichen. Nebenbei dient der Akku auch als Power-Bank für Handy, Tablet und Co.. Ein SIMKarten-Slot nimmt, wie ein Handy auch, eine SIM-Karte des jeweiligen Providers auf.

Der mobile Router mag für jene interessant sein, die mit zwei oder drei Tablets – in der freien Natur – Zugang zum Internet benötigen. Das Handy bietet ohnehin Internet-Verfügbarkeit, auch einen Hotspot, über den sich ein Tablet verbinden kann. Wer aber – draußen – gleichzeitig mehrere Geräte ins Internet bringen möchte, der ist mit solchen Geräten gut bedient. Zu beachten ist die vergleichsweise sehr hohe Wärmeentwicklung dieser Geräte im Betrieb. Wärme ist Feind Nr. 1 jeglicher Elektronik, denn sie führt zur schnelleren Alterung der Bauteile und damit zum früheren Ausfall.

Stationär

Externe Router beinhalten keinen Akku, sondern werden fest an das Bordnetz angeschlossen. Sie sind von der Bauart größer, bieten vier oder mehr Anschlüsse für externe Antennen (2 oder 4 für Mobilfunk und je einen für 2,4 und 5 GHz WLAN), zudem zwei oder mehrere LAN-Anschlüsse, über die Endgeräte direkt angeschlossen werden können.
Für Mobilnetze geeignete Router stellen zudem einen oder zwei SIM-Karten-Slots zur Verfügung. Im Falle von zwei SIM-Karten sind vier Mobilnetz-Antennen-Anschlüsse erforderlich, sofern Load-Balancing oder Failover-Funktionen erwünscht sind. Auch die Wahl der Antennen erfordert hier besondere Beachtung.

Der stationäre Router ist i.d.R. leistungsfähiger. empfangsstärker, robuster und zu einem relativ geringen Aufpreis gegenüber dem mobilen Kollegen erhältlich.

LTE 4G- oder 5G-Router?

Der Ausbau mit 5G schreitet fort, insbesondere in Ballungsgebieten. Wenngleich 5G berechtigterweise in vehementer Kritik hinsichtlich gesundheitlich unerwünschter Wirkungen steht, lässt sich die ohnehin gegebene Strahlung dieser Frequenzen nur vermeiden, wenn man sich nicht in derartigen Gegenden aufhält, was in der Praxis kaum durchgehend möglich sein wird.

Der Einsatz eines 5G-fähigen Routers ist daher keine gesundheitlich relevante Belastung, denn die 5G-Strahlung wird über die externe Antenne emittiert, aber nicht durch den Router im Fahrzeuginneren.
Zum Thema Elektrosmog, Abschirmung, Gesundheit und 5G stehen hier mehrere Beiträge zur Verfügung.

Damit ist die eingangs gestellte Frage beantwortet. Wer beruflich hohe Transferraten benötigt, wird ohnehin diese Möglichkeit nutzen. Wer aber den Router nur zum Surfen, Mailverkehr und Messenger benötigt, wird bequem mit 4G auskommen.
Nachdem ein zunehmende Preisverfall 5G-fähiger Router zu beobachten ist, dürfte man jedoch geneigt sein, selbst ohne Not, eher dem 5G-Router den Vorzug zu geben. Man kennt es ja von den Rechnern: schneller geht immer!

Consumer oder Industrie-Router?

Es gibt viele Router-Hersteller und jeder möchte gern das größte Stück vom Markt beherrschen. So entwickelt sich eine Schlacht mehr der werbewirksamsten Aussagen, denn der technischen Daten. Hier gilt es gründlich zu vergleichen und, vor allem, zu verstehen, was denn welcher Wert eigentlich aussagt und zu entscheiden, ob ein offensichtlich überragender Wert überhaupt für den Anwendungsfall relevant ist.

Ein wenig anders ist die Sachlage bei Routern, die für industrielle Anwendung konzipiert wurden. Hier gelten eher faktische Maßstäbe, denn markige Werbeaussagen. Zudem sind sie für zuverlässige, weil u.U. gar lebenswichtige Anwendungen, sowie auch extreme Umweltbedingungen vorgesehen.

Nun, extreme Umweltbedingungen im Wohnmobil? Ja, durchaus, denn es treten permanent Erschütterungen während der Fahrt auf, was daheim auf dem Schreibtisch maximal bei einem Wutausbruch der Fall sein dürfte … Witer herrschen in einem Fahrzeug u.U. Temperaturen von 60 °C und mehr, ebenso Luftfeuchtigkeiten von um die 90 %. Beides Werte, die daheim eher seltener erreicht werden. Insoweit ist der heimische Router weniger für den mobilen Einsatz geeignet, auch, wenn er mittels Steckernetzteil und mehr oder weniger üblichen Spannungen, wie sie ggf. mittels DC-Wandler auch im Fahrzeug verfügbar sind, in mobilen Untersätzen verwendbar wäre.

Wer also auf Internet-Verfügbarkeit auch unter ungünstigsten Bedingungen angewiesen ist, wird mit einem Router für Industrie-Anwendung, wie z.B. jene von Teltonika, am besten beraten sein.
Preislich rangieren derartige Router durchaus im interessanten, wie durchaus akzeptablen Rahmen.

Betrachtet man einen mobilen Router zu etwa 320 Euro, erhält man für den gleichen Betrag einen CAT-6 Teltonika RUTX11 mit zwei SIM-Karten-Slots (Fallback – z.B. zwei SIM-Karten unterschiedlicher Provider: ist die Abdeckung des einen nicht mehr gegeben, wird automatisch auf die zweite SIM-Karte umgeschaltet), 3 LAN, 1 WAN-Anschluss, WLAN, Bluetooth und GPS, sowie USB-Anschluss, um z.B. Festplatten via integriertem Samba-Server im Netzwerk zur Verfügung zu stellen.
Bei Verwendung einer Antenne mit bereits integriertem GPS-Modul wird keine zusätzliche Kabeldurchführung erforderlich. Das GPS kann zur Lokalisierung des Fahrzeugs, aber auch zur Festlegung eines virtuellen Zaunes genutzt werden. Bei Verlassen der festgelegten Zone erfolgt Alarmmeldung via SMS oder eMail. Zudem ist der Router via SMS-Befehle von überall aus der Ferne konfigurierbar.

Ein 5G- fähiger Router mit Load Balancing (durch parallele Nutzung beider SIM-Karten wird die doppelte Datentransferrate erreicht) ist der RUTX50, der hier – inklusive Konfiguration näher beschrieben wird.

Antennen-Wahl

Es gibt unterschiedliche Antennen, die sich primär in der Leistungsfähigkeit unterscheiden. Dem oft sehr werbewirksam eingesetzte Antennengewinn wird ungerechtfertigterweise ein gesteigertes Maß an Bedeutung beigemessen. Einzig Richtantennen bieten auf Grund ihrer richtungsbezogenen Eigenschaften deutlich höhere Empfangsstärke-Gewinne. Alle Rundstrahlantennen empfangen horizontal aus jeder Richtung gleich stark, auf Grund ihrer unterschiedlichen Länge jedoch in ebenso verschiedener Qualität.
Zudem ist der Antennen-Gewinn frequenzabhängig. Auch Verbindungskabel zeitigen eine Dämpfung des empfangenen Signals, ebenso wie jeder Steckverbindung zwischen Antennen- und Router-Anschluss.

Der Ausdruck „Gewinn“ ist stellt lediglich das Verhältnis zwischen dem Empfangssignal und dem am Empfänger anliegenden Signal dar, das durch die Antenneneigenschaften höher ist, als es bei Verwendung einer einfachen Antenne wäre.

Sendetechnisch hat jeder Router eine gesetzlich geregelte maximal zulässige Sendeleistung, die durch Antennen mit hohem Gewinn u.U. schnell zum x-fachen des erlaubten Grenzwertes ansteigen kann. Auch diesem Gesichtspunkt ist Rechnung zu tragen, will man nicht riskieren, andere Funkdienste zu stören.

Je besser, desto teurer?

Die beste Antenne muss nicht gleichbedeutend mit höchstem Preis sein! Mitunter ist die günstigere Antenne gar die bessere Wahl. So gibt es z.B. Antennen im Bereich von 300 .. 400 Euro, die im Vergleich zu Antennen von etwa 80 .. 130 Euro sogar mechanisch bedingte Nachteile aufweisen.
Auf Grund von allzu kompakten Bauformen kommen sich die Antennenmodule innerhalb des Antennengehäuses aus elektromagnetischer Sicht gegenseitig ins Gehege, was die Nutzung mit Load-Balancing-fähigen Routern ausschließt. In dem Fall ist es besser zwei von einander unabhängige Antennen kleinerer Bauform zu wählen, diese mit etwas Distanz (20 cm reichen) zu montieren und so in den Genuss zu gelangen, vollwertiges Load Balancing zu realisieren.

Mehr zu diesem Thema ist hier nachzulesen.

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