Inhaltsverzeichnis
Umfassende Studienübersicht 2023–2025
Einleitung
Photobiomodulation (PBM), auch bekannt als Low-Level-Lasertherapie (LLLT), ist eine nicht-invasive therapeutische Methode, die Licht bestimmter Wellenlängen nutzt, um biologische Prozesse in lebendem Gewebe zu stimulieren.
Primärer Mechanismus ist die Absorption von Photonen durch den mitochondrialen Photoakzeptor Cytochrom-c-Oxidase (CCO), was die ATP-Synthese steigert, reaktive Sauerstoffspezies moduliert und eine Kaskade zellulärer Regenerationsprozesse anstößt.
Das therapeutisch relevante „optische Fenster“ liegt zwischen 600 und 1.100 nm. Drei klinisch besonders bedeutsame Wellenlängen sind:
660 nm
Eindringtiefe 1–10 mm, Leistungsdichte 6–50 mW/cm²
Ideal für Haut, Wundheilung und oberflächliche Gewebe.
850 nm
Eindringtiefe bis 50 mm, Leistungsdichte 50–100 mW/cm²
Geeignet für Muskeln, Gelenke und tiefere Strukturen.
1.050–1.064 nm
Tiefe Gewebepenetration, Leistungsdichte 25–285 mW/cm² (transkraniell)
Relevant für Neurologie, Gehirn und Augenheilkunde.
Das Grundprinzip der Dosisfindung folgt der Arndt-Schulz-Kurve (Hormesis):
- Zu wenig Licht zeigt keinen Effekt, die optimale Dosis stimuliert
- Zu viel wirkt inhibitorisch bis zellschädigend.
Dieser biphasische Zusammenhang erklärt, warum korrekte Leistungsdichten und Energiedichten entscheidend für den Therapieerfolg sind.
Indikationen auf einen Blick
Die folgende Tabelle fasst die in klinischen Studien verwendeten Parameter (Wellenlänge, Leistungsdichte, Energiedichte, Dauer, Frequenz) je Behandlungsbereich zusammen.
Quellen: Hamblin/Harvard (PMC8355782), WALT-Leitlinien, klinische Studien 2020–2025.
| Indikation | Wellenlänge | Leistungsdichte | Energiedichte | Dauer / Sitzung | Frequenz |
| Haut / Kollagen | 660 nm | 6–50 mW/cm² | 8–16 J/cm² | 10–21 min | 2–3× / Woche |
| Wundheilung | 630–660 nm | 10–50 mW/cm² | 4–15 J/cm² | 7–20 min | täglich – 3× / Woche |
| Muskelregeneration | 808–850 nm | 50–100 mW/cm² | 10–30 J/cm² | 5–15 min | direkt vor/nach Sport |
| Chronischer Schmerz | 630–905 nm | 40–100 mW/cm² | 4–10 J/cm² | 10–20 min | 3× / Woche, 6–12 Wo. |
| Fibromyalgie | 630–1.100 nm (Ganzkörper) | variabel | 1–150 J/cm² | 15–30 min | 2–3× / Woche, 4–6 Wo. |
| Kniearthrose | 630–850 nm | 40–80 mW/cm² | 4–10 J/cm² | 10–20 min | 3× / Woche |
| Gehirn / Kognition | 810–1.064 nm (transkraniell) | 25–285 mW/cm² | 20–60 J/cm² | 10–20 min | 3× / Woche |
| AMD / Auge | 590 + 660 + 850 nm | 0,3–15 μW/cm² (retinal) | sehr niedrig | 3–10 min / Sitzung | 3×/Woche bis täglich |
| Mukositis (Onkologie) | 630–660 nm | 10–25 mW/cm² | 2–6 J/cm² | 3–5 min / Punkt | täglich während Therapie |
| Immunmodulation / Entzündung | 650–950 nm | variabel | 1–10 J/cm² | 5–15 min | 3× / Woche |
Leistungsdichte = Irradiance (mW/cm²) an der Gewebeoberfläche.
Energiedichte = Fluenz (J/cm²) pro Sitzung.
AMD: Retinale Bestrahlungswerte sind deutlich niedriger als Hautoberflächenwerte.
Hinweis: Kein einheitlicher internationaler Standard – Werte spiegeln Konsens aus Meta-Analysen und WALT-Empfehlungen wider.
Haut, Wundheilung & Kollagen (660 nm)
Rotes Licht bei 660 nm wird von Hautchromophoren besonders effizient absorbiert und aktiviert in Fibroblasten die Kollagensynthese über die Hochregulierung von COL1A1- und COL3A1-Genexpression sowie MMP-9- und NO-Freisetzung. Eindringtiefe: 1–10 mm (Epidermis, Dermis, Hypodermis). Das biphasische Dosismuster ist bei Hautgewebe besonders ausgeprägt: Energiedichten über 20 J/cm² können oxidativen Stress auslösen und die Kollagenstimulation umkehren.
Parameter
- Wellenlänge 660 nm (auch 630–680 nm)
- Leistungsdichte 6–50 mW/cm² (LED: 6–30; Laser: 30–50)
- Energiedichte 8–16 J/cm² (optimal)
- Dauer 10–21 min | 3× wöchentlich
- Mind. 8 Wochen für Hautverjüngung; 4 Wochen für Wundheilung
Übergreifende Reviews & Mechanismen
From light to healing: Photobiomodulation therapy in medical disciplines
Journal of Translational Medicine (2025) Volltext / PubMed
Umfassendes Review, das Photophysik, mitochondriale Biologie und klinische Rehabilitation verbindet. PBM bei 600–1.100 nm aktiviert via CCO erhöhte ATP-Synthese und kontrollierte ROS-Signalisierung, was Transkriptionsfaktoren (NF-κB, AP-1, HIF-1α) aktiviert und Wachstumsfaktoren (TGF-β, VEGF, IGF-1) hochreguliert. Auf Gewebeebene werden Fibroblasten- und Keratinozytenproliferation, Makrophagenpolarisation und Kollagensynthese gefördert. Wichtigste Dosisempfehlung für Gewebe mit niedrigem Mitochondriengehalt (Haut, Sehne): Leistungsdichte < 100 mW/cm², Energiedichte 4–10 J/cm² am Zielgewebe.
Unlocking the Power of Light on the Skin: A Comprehensive Review on Photobiomodulation
Int. J. Mol. Sci. (2024) Volltext / PubMed
Narrativer Review klinischer Studien (6 Jahre) zu PBM in der Dermatologie. 630–950 nm wurden am häufigsten eingesetzt. Für Hautverjüngung optimal: 630–660 nm, 6–50 mW/cm², 8–16 J/cm², 3×/Woche. Bikini-Biphasic-Effekt: Beste Ergebnisse bei moderat-intermediären Dosen; Überdosierung (>20 J/cm² auf Hautoberfläche) kann Kollagensynthese hemmen statt fördern.
Kollagensynthese & Hautverjüngung
Optimizing Low-Level Light Therapy for Skin Rejuvenation
SCIRP (2025) Volltext / PubMed
RCT (Split-Face) mit 830 nm + 633 nm LED. Parameter: 6,4 mW/cm², 8,05 J/cm², 21 Minuten pro Sitzung, 3×/Woche für 4 Wochen. Signifikante Faltenreduktion und verbesserte Hautelastizität. Wichtiger Befund: 3 wöchentliche Sitzungen waren effektiver als 2 – Frequenz beeinflusst Ergebnis stark.
Regulation of Skin Collagen Metabolism using 660 nm LED
Journal of Investigative Dermatology (klass. Studie) Volltext / PubMed
Parameter
- 660 nm, gepulst (sequentielle Pulsmodus-LED)
- 11 Sitzungen
Ergebnisse
- +31% Typ-1-Prokollagen
- -18% MMP-1 in Gewebebiopsien.
- >90% der Probanden zeigten Reduktion der Faltentiefe.
- Das sequentielle Pulsmuster (nicht Dauerstrich) war entscheidend für die photobiologische Wirksamkeit.
Klinische Studien Wundheilung (JAAD)
Photobiomodulation CME part II: Clinical applications in dermatology
Journal of the American Academy of Dermatology (2024) Volltext / PubMed
Konsensus von >20 Experten (JAAD). Parameter für diabetische Ulzera (Evidenzlevel IA): 630–670 nm, 10–50 mW/cm², 2–6 J/cm², tägliche Anwendung oder 3×/Woche bis zum Wundverschluss. Meta-Analyse von 12 RCTs: Ulkusfläche -30,9%, -4,2 cm² gegenüber Kontrolle. Alle Wundheilungsphasen (entzündlich, proliferativ, Remodeling) werden positiv beeinflusst.
Effect of PBM Therapy (660 nm) on Wound Healing Infected by Staphylococcus aureus
Photobiomodul Photomed Laser Surg. (2020) Volltext / PubMed
Tierstudie: 660 nm, 35 min/Tag, 7 Tage. Signifikant kleinere Wunden (p < 0,01), mehr Granulationsgewebe, höchster Kollagengehalt (Grad 3+). PCNA-Proliferationsmarker deutlich erhöht. Hinweis: Intensität bewusst niedrig gehalten – bei infizierten Wunden besonders wichtig, die Dosis nicht zu überschreiten (< 15 J/cm²).
Muskeln, Sport & Rehabilitation (850 nm)
Nahinfrarot-Licht bei 850 nm penetriert bis zu 50 mm tief. Der optimale Parameter für Muskelanwendungen liegt laut Meta-Analyse (Baroni et al., 2019) bei 810 nm, 100 mW/cm², 30 J/cm² – hier wurden 15% Kraftzuwachs bei trainierten Athleten gemessen. Bei zu hohen Dosen (>50 J/cm², >200 mW/cm²) nehmen die Effekte ab. Die Studie von Leal-Junior et al. (2011) bestimmte die optimale Dosis für 810 nm auf 30 J gesamt (nicht J/cm²) über 6 Muskelpunkte vor dem Training.
Parameter
- Wellenlänge 808–850 nm
- Leistungsdichte 50–100 mW/cm² (Laser); 30–150 mW/cm² (LED-Panel)
- Energiedichte 10–30 J/cm² (Sportler); 6–10 J/cm² (Rehabilitation)
- Dauer 5–15 min/Muskelgruppe
Anwendung direkt vor oder nach Training - 3–7×/Woche bei intensivem Training; 2–3× bei Rehabilitation
Skelettmuskelregeneration
PBMT in skeletal muscle regeneration: comprehensive review
Photodiagnosis and Photodynamic Therapy (2025) Volltext / PubMed
Schlüsselstudie (Baroni 2019): 810 nm, 100 mW/cm², 30 J/cm², 6 Muskelpunkte → 15% Kraftzuwachs bei Sportlern. IL-6-Reduktion um 40% mit präventivem PBM (5 J/cm² auf Ratten-Tibialis). Warnung: Parameter aus Tierstudien (z.B. 5 J/cm²) nicht direkt auf Menschen übertragbar – menschlicher Quadrizeps benötigt höhere Energiedichten wegen größerer Gewebetiefe.
PBM in human muscle tissue: an advantage in sports performance?
J. Biophotonics (PMC) (2016) Volltext / PubMed
Systematischer Review aller RCTs (Level 1b) und Case-Control-Studien (Level 3b). Wirksamste Parameter für Bizeps-Anwendung: 810–850 nm, 50–100 mW/cm², 10–30 J/cm². Wirksamste Parameter für Quadrizeps (größerer Muskel, tieferes Gewebe): höhere Energien erforderlich, Cluster-Applikatoren (5 Dioden) bevorzugt. PBM prä-Training ist mindestens gleichwertig, oft überlegen zu post-Training-Anwendung für Kraftwerte.
Meta-Analysen Sportleistung & Muskelkater
Effects of Photomodulation Therapy for DOMS: Systematic Review & Meta-Analysis
MDPI JFMK (2025) Volltext / PubMed
14 Studien, Wellenlängen 660–950 nm, 1–6 Muskelpunkte. Optimal für DOMS-Reduktion: 830–850 nm, 50–100 mW/cm², 6–10 J/cm² pro Punkt, direkt nach dem Training. Signifikante VAS-Schmerzreduktion gegenüber Placebo; positive Effekte auf Muskelkrafterhalt.
Can pre-exercise PBM improve muscle endurance and promote recovery? Meta-Analysis
Lasers in Medical Science (2024) Volltext / PubMed
Kreatinkinase um 77,56 Einheiten reduziert (95%-KI: -112,67 bis -42,44, p < 0,01). Effektivste Parameter: 810 nm, 200 mW Gesamtleistung, 30 J Gesamtenergie auf 6 Quadrizepspunkte. Biphasischer Befund: 50 J gesamt war weniger effektiv als 30 J – klares Beispiel der Hormesis/Arndt-Schulz-Kurve.
Pre-Exercise PBM (810 nm): Optimal Power Output for Muscle Recovery
Photomed Laser Surg. (2017) Volltext / PubMed
RCT mit 28 Fußball-Athleten. Verglich 100, 200, 400 mW Leistung pro Diode (5 Dioden, 810 nm). Ergebnis: 100 mW/Diode (500 mW gesamt) war optimal. Höhere Leistung (200, 400 mW) zeigte keine besseren oder sogar schlechtere Ergebnisse – klassisches Beispiel: mehr Leistungsdichte ist nicht automatisch besser.
Effects of PBM, IPC and NMES on muscle recovery: Systematic review
Journal of Bodywork and Movement Therapies (2025) Volltext / PubMed
19 RCTs, 672 Teilnehmer. PBM prä-Training reduzierte Schmerzen um -12,27 Punkte (95%-KI -18,14 bis -6,40; I² = 48%). PBM war die einzige Methode (vs. IPC und NMES) mit signifikantem Vorteil. Empfohlene Parameter: 810–850 nm, 50–100 mW/cm², 6–10 J/cm².
Gehirn, Kognition & Neurologie (810–1.064 nm)
Transkranielle PBM muss mehrere biologische Barrieren überwinden (Kopfhaut, Schädelknochen, Meningen, Liquor, Kortex). Deshalb sind die benötigten Leistungsdichten deutlich höher als bei oberflächlichen Anwendungen. Eine 2024er Systematic Review (97 Studien, 2.133 Quellen) ergab: Studien verwenden typischerweise ~250 mW/cm² an der Oberfläche – wovon nur ein Bruchteil das Hirngewebe erreicht. Bei kortikalen Neuronen: optimale ATP-Produktion bei 25 mW/cm², 3 J/cm². Bei 30 J/cm² trat bereits mitochondriale Schädigung auf (zu hohe Dosis = inhibitorisch).
Parameter
- Wellenlänge 810 nm (Kognition/Alzheimer), 1.064 nm (tiefe Penetration/TBI)
- Leistungsdichte 25–285 mW/cm² an der Kopfhaut (Zielgewebe: Kortex erhält Bruchteil davon)
- Energiedichte 20–60 J/cm² (Oberfläche); 3 J/cm² am Zielgewebe (Neuronen)
- Dauer 10–20 min | 3×/Woche (12 Wochen für Alzheimer-RCTs)
- Mind. 8–12 Wochen für kognitive Effekte; akute Effekte ab 1–2 Wochen bei TBI
Mechanismen & allgemeine Wirkungen
Photobiomodulation Therapy on Brain: Revolutionize Cognitive Dynamics
MDPI Cells (2024) Volltext / PubMed
PBM aktiviert Cytochrom-c-Oxidase in neuronalen Mitochondrien, steigert BDNF. 810 nm zeigt stärkere CCO-Aktivierung als 1.064 nm (CCO-Absorptionspeak bei ~810 nm). 1.064 nm hingegen beeinflusst Ca²⁺-Kanäle stärker. Klinische Parameter-Konsens: 810 nm, 250 mW/cm² Oberfläche, 20–60 J/cm², transkraniell auf Präfrontalkortex und Temporallappen.
Brain PBM Narrative Review: Mechanisms, doses, future trends
PMC (Brain Photobiomodulation Review) (2018) Volltext / PubMed
Schlüsselparameter: Kortikale Neuronen (kultiviert): 25 mW/cm², optimale ATP-Produktion bei 3 J/cm². Höhere Dosen (10 J/cm²) stimulieren weniger, 30 J/cm² führt zu mitochondrialer Schädigung. Für tiefere Hirnregionen (Basalganglien, Hirnstamm bei Parkinson): Class-4-Laser (10–15 W) statt Class-3 (<0,5 W) empfohlen, um ausreichend Fluenz in die Tiefe zu bringen.
Alzheimer & Demenz
Brain PBM: potential treatment in Alzheimer’s & Parkinson’s
PMC (2025) Volltext / PubMed
Präklinische Studien: 808–810 nm, gepulst (40 Hz), täglich oder 3×/Woche, 12 Wochen. Zeigte Reduktion von Amyloid-Beta, ox. Stress, Neuroinflammation; bessere kognitive Scores im Tier-Modell. Klinische Studie (Japan): gepulstes 810 nm-Licht (40 Hz), 3×/Woche, 12 Wochen, Ergebnis: signifikant verbesserte ADAS-Cog-Scores.
Transcranial PBM in Alzheimer’s: RCT-Protokoll (Japan)
Frontiers in Neurology (2024) Volltext / PubMed
Vollständig beschriebene RCT-Parameter: 810 nm, gepulst 40 Hz, 250 mW/cm², 20 min/Sitzung, 3×/Woche, 12 Wochen. EEG-Messungen zeigten verbesserter Alpha/Beta/Gamma-Rhythmus. Primärer Endpunkt ADAS-Cog (Alzheimer-Kognitionsskala). Prospektive Sham-kontrollierte Studie.
Transcranial PBM Improves Cognitive Function, PTSD & Post-Concussion Symptoms
Journal of Neurotrauma (2025) Volltext / PubMed
RCT, 17 TBI-Patienten. Parameter: 810 nm oder 1.064 nm, 250 mW/cm², 20 J/cm², 10 min/Sitzung. Signifikante Verbesserungen bei kognitiver Funktion, PTSD und Post-Concussion-Symptomen. Placebokontrolliert.
TBI & Entgiftung (1.064 nm)
1064 nm PBM promotes TBI recovery via modulating neuroinflammation
Journal of Translational Medicine (2025) Volltext / PubMed
Mausmodell: 1.064 nm LED, 25 mW/cm², 12 min/Tag (= 18 J/cm²), 14 Tage. Signifikante Erholung nach TBI, Milderung kognitiver und emotionaler Beeinträchtigungen. BDNF und VEGF signifikant erhöht im Behandlungsgebiet. Mechanismus: Modulation von Mikroglia-Polarisation und Neuroinflammation.
PBM & the Glymphatic System: Augmenting Brain Lymphatic Drainage
Int. J. Mol. Sci. (2022) Volltext / PubMed
Tierstudien: PBM (810 nm, 25–50 mW/cm²) verbessert meningealen Lymphfluss, fördert Amyloid-Beta-Clearance über glymphatisches System. Therapeutische Implikation: Entgiftungsfunktion des Gehirns – relevant für Alzheimer-Prävention und allgemeine Gehirngesundheit.
Schmerzmanagement
PBM wirkt analgetisch über mehrere Mechanismen: Reduktion proinflammatorischer Zytokine (TNF-α, IL-6, IL-1β), Modulation nozizeptiver C- und Aδ-Fasern, Steigerung der Endorphinausschüttung und Verbesserung der lokalen Mikrozirkulation. Für oberflächliche Schmerzpunkte (Tender Points, Trigger Points): 630–660 nm reicht aus. Für tiefere muskuloskelettale Strukturen (Gelenke, Wirbelsäule): 780–905 nm mit höherer Leistungsdichte.
Parameter
- Wellenlänge 630–905 nm (je nach Tiefe des Schmerzpunkts)
- Leistungsdichte 40–100 mW/cm² (oberflächlich: 40–60; tief: 60–100)
- Energiedichte 4–10 J/cm² pro Punkt (bei Fibromyalgie: bis 150 J/cm² Ganzkörper)
- Dauer 10–20 min/Sitzung
- Frequenz 3×/Woche, 6–12 Wochen; Fibromyalgie: 4–6 Wochen intensiv + Follow-up
Übergreifende Reviews
Effects of PBM on multiple health outcomes: Umbrella Review of RCTs
Systematic Reviews (Springer) (2025) Volltext / PubMed
15 Meta-Analysen, >9.000 Patienten, 35 Endpunkte, 15 Erkrankungen. Stärkste Evidenz für Fibromyalgie, Kniearthrose-Disability und kognitive Beeinträchtigung. PBM-Protokolle variierten stark – kein einheitlicher Standard existiert, was die Vergleichbarkeit erschwert. GRADE-Qualität: 17% moderat, 57% gering, 26% sehr gering.
PBM in chronic pain: Systematic Review of RCTs
Frontiers in Integrative Neuroscience (2026) Volltext / PubMed
14 RCTs, 6.611 Artikel gescreent. Stärkste Ergebnisse für Fibromyalgie und periphere Neuropathien: VAS-Reduktion signifikant (p = 0,010), Tender Points signifikant reduziert (p < 0,0001). Empfohlene Parameter für neuropathischen Schmerz: 660–830 nm, 40–80 mW/cm², 4–6 J/cm², 3× wöchentlich.
Fibromyalgie
Effectiveness of PBMT in Fibromyalgia: Systematic Review (17 Studien)
MDPI Applied Sciences (2025) Volltext / PubMed
857 Teilnehmer. Eingesetzte Geräte: Low-Level-Laser, Infrarot-LED, Ganzkörper-Lichtbetten (NovoTHOR). Ganzkörper-PBM (630–1.100 nm, variable Fluenz 1–150 J/cm²) war mindestens gleichwertig zu lokaler PBM. Mechanismus: Modulation von oxidativem Stress, Mitochondrienfunktion und nozizeptiven Signalwegen. Empfehlung: Ganzkörperansatz bevorzugt bei weit verbreiteten Schmerzpunkten.
Whole-body PBM on pain, QoL, kinesiophobia: triple-blinded RCT, 6 Monate Follow-up
Frontiers in Neuroscience (2024) Volltext / PubMed
42 Patienten, NovoTHOR-Ganzkörperbett (660 + 850 nm, proprietäre Leistungsdichte). 12 Behandlungssitzungen. Signifikante Schmerzreduktion bei T2 (nach Therapie), T3 (2-Wochen-Follow-up) und T4/T5 (3 und 6 Monate). Ganzkörper-PBM adressiert systemische Fibromyalgie-Pathologie effektiver als punktuelle Anwendung.
Kniearthrose & Tendinopathie
PBM for knee osteoarthritis: Systematic Review & Meta-Analysis (10 RCTs)
Physical Therapy (2024) Volltext / PubMed
542 Teilnehmer. Effektivste Parameter: 810–830 nm, 50–100 mW/cm², 4–10 J/cm² auf Kniegelenksraum, 10–20 min, 3×/Woche. Moderate Evidenz für Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung. Hinweis: Kniegelenk liegt tiefer als Hautoberfläche – daher 810–850 nm (tiefere Penetration) bevorzugt gegenüber 660 nm.
Neuropathischer Schmerz
PBM in neuropathic pain: mechanisms, evidence & future directions
Frontiers in Photonics (2025) Volltext / PubMed
660 nm aktiviert andere Photoakzeptoren als 810–850 nm. Für oberflächliche Neuropathie (z.B. postherpetische Neuralgie): 660 nm, 20–50 mW/cm², 4–6 J/cm². Für tiefe Neuropathie (z.B. diabetische Polyneuropathie Füße): 810–830 nm, 50–100 mW/cm², 6–10 J/cm². Mechanismus: PBM induziert Neuroprotection via BDNF-Synthese und Neuroinflammations-Suppression.
Augenheilkunde (AMD)
Bei Augenanwendungen (besonders AMD) gelten besondere Dosierungsregeln: Die retinale Bestrahlungsstärke (was tatsächlich die Netzhaut erreicht) ist drastisch niedriger als die Geräteleistungsdichte. Geräte wie die Photobiomodulation-Brille (LumiThera) geben Licht durch die Pupille – direkt auf die Macula. Daher können schon 0,3–15 μW/cm² retinale Bestrahlungsstärke ausreichen. Vorsicht: Falsche Dosierung kann Netzhautschäden verursachen. Nur zugelassene ophthalmologische PBM-Geräte verwenden!
Parameter
- Wellenlänge 590 nm + 660 nm + 850 nm (Multiwellenlängen, z.B. LIGHTSITE III)
- Leistungsdichte 0,3–15 μW/cm² (retinal); Gerät ~600 μW/cm² Oberfläche
- Energiedichte sehr niedrig, minutiös kalibriert
- Dauer 3–10 min/Sitzung, 3× pro Woche über 3–13 Monate
- Langzeitanwendung; Kontrolle alle 3 Monate
Altersbedingte Makuladegeneration
LIGHTSITE III: PBM (590+660+850 nm) bei trockener AMD
RETINA Journal (2024) Volltext / PubMed
100 Patienten, 10 US-Zentren, 13 Monate. Gerät: LumiThera Valeda Light Delivery System. Wellenlängen: 590 + 660 + 850 nm sequenziell. Behandlung: 3×/Woche über 3 Monate, dann erneute Behandlungszyklen. Ergebnis: +5,4 Buchstaben Sehschärfe (ETDRS) vs. Sham, <1% neue geografische Atrophie vs. 9,8% im Sham-Arm – statistisch hochsignifikant.
PBM4AMD: Short-term efficacy in early/intermediate AMD
Eye (Nature) (2024) Volltext / PubMed
38 Teilnehmer, 12 Wochen. Parameter: Multiwellenlängen (ähnlich LIGHTSITE), 10 min/Sitzung, 3×/Woche. Sehschärfe, Kontrastempfindlichkeit und Dunkeladaptation verbesserten sich signifikant. Sicherheit: keine thermischen oder strukturellen Nebenwirkungen an der Retina.
PBM use in ophthalmology: bench to bedside
Frontiers in Ophthalmology (2024) Volltext / PubMed
Erklärt die komplexe Parameterlage in der Ophthalmologie: Retinale Bestrahlungsdichte ist entscheidend, nicht die Geräteleistung. Verschiedene AMD-Studien mit 630 nm zeigten bereits bei 15 μW/cm² retinal signifikante Verbesserungen. Keine Nebenwirkungen über 15 Jahre bei korrekter Dosierung – wichtig: Nur kalibrierte Medizingeräte mit augenspezifischen Zulassungen verwenden.
Onkologie & Mukositis
Orale Mukositis ist die häufigste akute Nebenwirkung bei Chemo-/Strahlentherapie. PBM wird präventiv (vor und während der Krebstherapie) intraoral auf die Mundschleimhaut appliziert. Laut MASCC/ISOO-Leitlinien (2019) ist PBM die einzige nicht-pharmakologische Intervention mit einer formellen Empfehlung (Level A) für Mukositis-Prävention bei hämatopoetischer Stammzelltransplantation. Die Wellenlängen und Dosierungen sind in diesem Bereich am besten standardisiert.
Parameter
- Wellenlänge 630–660 nm (intraoral); 650 + 980 nm (kombiniert intra+extraoral)
- Leistungsdichte 10–25 mW/cm² (MASCC/ISOO empfiehlt InGaAlP-Laser 10–25 mW)
- Energiedichte 2–6 J/cm² pro Mukosapunkt
- Dauer 3–5 min/Punkt
Anwendung täglich oder alternierend während Krebstherapie - Frequenz Täglich während Chemo-/Strahlentherapie; mind. 5× pro Woche
Leitlinien
MASCC/ISOO Clinical Practice Guidelines for PBM & Oral Mucositis
Support Care Cancer (2019) Volltext / PubMed
Formelle Empfehlung (höchstes Evidenzlevel): Wellenlänge 632–685 nm (He-Ne oder InGaAlP), Leistung 10–25 mW, Energiedichte 2–4 J/cm² pro Applikationspunkt, intraoral auf erkrankte Bereiche. Frequenz: täglich während Chemo. Gilt für: hämatopoetische Stammzelltransplantation, Kopf-Hals-Chemoradiotherapie. Keine nennenswerten Nebenwirkungen nach 15 Jahren Nachverfolgung.
Chemotherapie-induzierte Mukositis
Preventive PBM for Chemo-Induced Oral Mucositis: Systematic Review of RCTs
MDPI Biomedicines (2025) Volltext / PubMed
13 Studien, 828 Patienten. Verwendete Parameter: 630–660 nm InGaAlP-Diodenlaser, 10–25 mW, 2–6 J/cm², intraoral täglich. 211 vs. 128 Patienten entwickelten Mukositis (Kontrolle vs. PBM). 85% der Studien hatten geringes Biasrisiko. Präventiv angewendetes PBM signifikant überlegen gegenüber reaktiver Behandlung.
PBM preconditioning for oral mucositis: double-blind RCT
BMC Oral Health (2025) Volltext / PubMed
45 Patienten, 3 Gruppen. Gruppe 2: intraoral 650 nm (4 J/cm²). Gruppe 3: intraoral 650 nm + extraoral 980 nm. Beide Interventionsgruppen zeigten signifikante Prävention von Mukositis und Xerostomie. Ergebnis: Kombination aus rotem + Infrarot-Licht (650 + 980 nm) maximal effektiv für Gesamtmundbereich-Abdeckung.
Kopf-Hals-Karzinome & Strahlentherapie
PBM for oral mucositis in head & neck cancer: Meta-Analysis of 14 RCTs
Head & Neck (Wiley) (2024) Volltext / PubMed
869 Patienten. Parameter-Analyse: He-Ne und InGaAlP-Laser (630–660 nm), 10–25 mW, 2–6 J/cm², tägliche Anwendung während Strahlentherapie zeigten beste Ergebnisse. Relative Risikoreduktion für Mukositis: RR = 0,49 (p = 0,04) ab Woche 2. Schmerzreduktion: WMD = -1,09 (p < 0,00001). Hochsignifikante Wirksamkeit über 7 Wochen Strahlentherapie.
Immunsystem & Entzündung
PBM beeinflusst das Immunsystem kontextabhängig: In entzündetem Gewebe wirkt es anti-inflammatorisch (reduziert TNF-α, IL-6, IL-1β; fördert M2-Makrophagen-Polarisation), in gesundem Gewebe stimulierend. Die immunmodulatorische Wirkung ist innerhalb des optischen Fensters (650–950 nm) nachgewiesen, mit einem Dosiskorridor von 1–10 J/cm². Wichtig: Diese Dosen sind deutlich niedriger als für Muskelanwendungen – das Immunsystem reagiert empfindlicher.
Parameter
- Wellenlänge 650–950 nm (breitestes Wirkspektrum; 660 + 850 nm-Kombination empfohlen)
- Leistungsdichte 20–80 mW/cm²
- Energiedichte 1–10 J/cm² (Immunmodulation)
höhere Dosen können immunsuppressiv wirken - Dauer 5–15 min/Sitzung
- 3×/Woche; bei akuter Entzündung täglich in der ersten Woche
Immunmodulation
Immunomodulatory effects of PBM: comprehensive review
Lasers in Medical Science (2025) Volltext / PubMed
Optimale Parameter für Immunmodulation: 650–950 nm, 20–80 mW/cm², 1–10 J/cm². PBM beeinflusst dendritische Zellen (Migration, Zytokinproduktion), fördert Makrophagen-M2-Polarisation und reguliert T-Zellantworten. Wichtiger Befund: Bereits 1 J/cm² reicht für messbare immunologische Effekte – deutlich unterhalb der für Muskel/Knochen empfohlenen Dosen.
Efficacy of PBM therapy in treatment of pain and inflammation: Literature Review
PMC (2023) Volltext / PubMed
PBM 600–1.070 nm, Energiedichte 1–150 J/cm². Für Entzündungshemmung optimal: 780–950 nm, 40–80 mW/cm², 4–10 J/cm², 3×/Woche. Ganzköper-PBM zeigte systemische Immuneffekte: verbesserte Schlafqualität, Morgensteifigkeit, Muskelkrampfreduktion, psychologische Faktoren. Besonders relevant für chronisch-entzündliche Systemerkrankungen (z.B. Fibromyalgie, RA).
Review of light parameters and PBM efficacy (Hamblin, Harvard)
J. Biomed. Optics (PMC) (2021) Volltext / PubMed
Grundlagenarbeit zur Parameterfindung (Hamblin/Harvard). Zentrale Aussage: Keine universelle Einigung auf optimale Parameter – Leistungsdichte < 100 mW/cm² und Energiedichte 4–10 J/cm² am Zielgewebe gelten als Konsensus für konservative Empfehlung. Biphasische Dosis-Antwort (Arndt-Schulz): Zellstimulation zwischen 0,5–10 J/cm², Inhibition über ~30 J/cm². Gewebe mit hohem Mitochondriengehalt (Muskel, Nerv, Herz, Gehirn) benötigen mehr Energie als Gewebe mit niedrigem Mitochondriengehalt (Haut, Sehne, Knorpel).
Klinische Empfehlungen
Photobiomodulation ist die erste nicht-invasive Therapiemodalität mit nachgewiesener klinischer Wirksamkeit in mindestens 7 verschiedenen medizinischen Disziplinen. Die Stärke der Evidenz variiert: Am belastbarsten sind die Daten für orale Mukositis (MASCC/ISOO-Leitlinie), Wundheilung (Meta-Analysen LoE I) und Muskelregeneration im Sport. Sehr vielversprechend, aber noch im Aufbau, sind die Bereiche Gehirn/Neurologie und AMD.
Allgemeine Dosierungsregeln (Konsensus)
Energiedosis
5–50 Joule gesamt pro Sitzung (Richtwert: ~25 J)
Wellenlänge je Ziel
660 nm für Haut/oberflächlich
810–850 nm für Muskeln/Gelenke/tiefes Gewebe
1.050–1.064 nm für Gehirn
Leistungsdichte je Tiefe
Haut 6–50 mW/cm²
Muskeln 50–100 mW/cm²
Gehirn (transkraniell) 25–285 mW/cm²
Biphasik beachten
Höhere Dosen sind nicht automatisch besser.
– Haut: max. 20 J/cm²
– Neuronen: max. 10 J/cm² am Zielgewebe
– für Muskeln: max. 30–50 J/cm²
Kombinationsgeräte – 660 + 850 nm bieten breitestes Spektrum; erfordern ~50% mehr Behandlungszeit
Behandlungsintervall
Täglich bis 3×/Woche; Pause alle 1–2 Tage empfohlen zur Erholung der Zellen
Evidenzstärke nach Bereich
Sehr stark (LoE I, WALT/MASCC-Leitlinien)
– Mukositis bei Krebs
– Wundheilung
– Kollagen/Haut
Stark (LoE I, Meta-Analysen)
– Muskelregeneration
– Fibromyalgie
– AMD
Moderat (LoE II, RCTs)
– Kniearthrose
– neuropathischer Schmerz
– Kognition (transkraniell)
Früh (präklinisch/Pilot)
– Entgiftung, Lymphsystem
– Langzeitüberleben Krebs
– 1.064 nm tiefe Hirnstrukturen
Kontakt zu PBM-Anwendern – Ärzte / Kliniken
Augenheilkunde – Trockene AMD (Makuladegeneration)
Dies ist der klinisch am weitesten entwickelte und regulatorisch abgesicherte Bereich. Das Gerät Valeda (LumiThera) ist CE-zertifiziert und seit 2018 in Europa zugelassen; seit November 2024 auch FDA-zugelassen.
| Anbieter | Ort | Link |
|---|---|---|
| Makula-Netzhaut-Zentrum (Prof. Dr. Hakan Kaymak – einer der weltweit erfahrensten Anwender, führt ~10 % aller weltweiten PBM-Behandlungen durch) | Düsseldorf | augenchirurgie.clinic |
| Augenarzt Witten (Dr. Riha) – eine der ersten Praxen in Deutschland | Witten / NRW | augenarzt-witten.de |
| Augenarzt München (Dr. Augsten) | München | augenarzt-muc.de |
| Augenärzte Gerl & Kollegen (Valeda-Programm) | München | augenklinik.de |
| Dr. Riha Augenheilkunde | Wien / AT | dr-riha.com |
| Augenärzte Bern (CH) | Bern / CH | augenaerzte-bern.ch |
| Berner Augenklinik (Prof. Garweg) | Bern / CH | augenklinik-bern.ch |
Hinweis: Die Kosten werden i.d.R. nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen (IGeL).
Eine Suchmaschine für weitere Valeda-Zentren bietet LumiThera auf ihrer Website an.
Onkologie – Orale Mukositis (Chemo-/Strahlentherapiefolge)
PBM zur Prävention und Behandlung von Mundschleimhautentzündungen ist leitliniengestützt (MASCC/ISOO) und wird zunehmend in onkologischen Supportivprogrammen integriert. Ein europäischer klinischer Leitfaden wurde 2025/2026 erstmals etabliert.
| Anbieter | Hinweis | Link |
|---|---|---|
| rj-laser.com – Dentale Lasertherapie-Plattform mit klinischen Protokollen zur Mukositis | Fachportal DE/AT/CH | rj-laser.com |
| Krebsinformationsdienst (KID) | Empfiehlt PBM ausdrücklich als Option bei Mukositis in der Supportivtherapie | krebsinformationsdienst.de |
Konkrete Kliniken in Deutschland, die PBM bei Mukositis routinemäßig anbieten, publizieren dies selten explizit auf Patientenwebseiten. Die Behandlung findet meist als Teil der stomatologischen Supportivbetreuung in großen Onkologiezentren (z.B. Unikliniken) statt.
Eine Anfrage beim behandelnden Onkologiezentrum oder MKG-Chirurgen ist empfehlenswert.
Dermatologie – Haut, Wundheilung, Akne, Psoriasis
PBM mittels LED-Lichttherapie ist in vielen Hautarztpraxen und ästhetischen Kliniken etabliert.
| Anbieter | Ort | Link |
|---|---|---|
| Dermatologie Dr. Friedl – LED-Lichttherapie (Medisol®) bei Akne, Vitiligo, Psoriasis, Hautalterung, weißem Hautkrebs (PDT) | Österreich | dermatologie-friedl.de |
Darüber hinaus setzen viele ästhetische Dermatologiepraxen und Laserzentren in Deutschland PBM ein (z.B. mit Fotona-Systemen). Suche nach „LED Lichttherapie Dermatologie“ oder „PBM Hautarzt“ mit Ortsangabe ist empfehlenswert.
Zahnmedizin / MKG-Chirurgie
PBM ist in der Zahnmedizin weit verbreitet, u.a. bei Kiefergelenkschmerzen (CMD), postoperativer Wundheilung, Implantaten und Mukositis. Kieferorthopäden setzen das OrthoPulse®-Gerät zur Beschleunigung der Zahnbewegung ein (Eigenanwendung, ca. 600 €).
| Anbieter / Portal | Hinweis | Link |
|---|---|---|
| ZWP Online – Übersicht zur KFO-PBM | Fachportal | zwp-online.info |
| Fotona Lasersysteme (Händler-/Kliniksuche möglich) | Dentale und medizinische PBM, LightWalker | fotona.com |
Neurologie / Psychiatrie – Alzheimer, TBI, Depression (frühe Phase)
Dieser Bereich befindet sich noch in der klinischen Erprobung. Regulär zugelassene Patientenangebote in Deutschland sind noch selten; es existieren jedoch erste Zentren und Studien.
| Anbieter / Portal | Hinweis | Link |
|---|---|---|
| PBM-Photobiomodulation.eu – europäisches Informationsportal mit Praxisübersicht | DACH-Raum | pbm-photobiomodulation.eu |
| Neurofeedback Luxembourg – informiert über neurologische PBM-Anwendungen | LU/DACH | neurofeedback-luxembourg.com |
Allgemeine Suchwerkzeuge
- Der Hersteller LumiThera bietet auf seiner Website eine Standortsuche für Valeda-Praxen: lumithera.com
- Das Portal pbm-photobiomodulation.eu listet europäische Praxen auf
- Die World Association for Laser Therapy (WALT) bietet eine globale Therapeutensuche
Wichtiger Hinweis: Die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen ist in Deutschland für die meisten PBM-Indikationen (außer der supportiven Onkologie in einigen Zentren) noch nicht geregelt.
PBM wird überwiegend als IGeL-Leistung privat abgerechnet.
Das Dokument basiert auf peer-reviewter Literatur aus PubMed, PMC, Frontiers, MDPI, Springer und Nature im Zeitraum von 2019 bis 02.2026.
Aufgezeigte Parameter entstammen klinischen Studien und WALT/MASCC-Empfehlungen.
Alle Inhalte wurden gewissenhaft recherchiert und geben den aktuell (02.2026) veröffentlichten Wissensstand wieder. Sie sind rein informativen Charakters und ersetzen keine fachlich-medizinische Konsultation.
Verlinkte Studien geben dem Behandler weiterführende medizinisch-wissenschaftliche Informationen an die Hand.