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Victron – VE Configure 3

Lesedauer 6 Minuten

Aktualisiert – März 31, 2024

Victron stellt zur Programmierung des Victron Multiplus II die Windows-Software VE Configure 3 zum Download zur Verfügung,

Die Software läuft auch unter MAC OS via Parallels und darauf installiertem Windows 11.

Die Software unterstützt den MK3 VE.Bus zu USB Konverter, der mittels RJ45-Kabel am Multiplus II und USB-Kabel am Rechner angeschlossen wird.

Treiber-Installation

Aus Windows 11 wird die o.g. Software von der Victron-Webseite geladen und installiert.

In einem zweiten Schritt wird in der installierten und gestarteten Software unter dem Menüpunkt Special – USB Drivers der aktuelle USB-Treiber abgerufen und in einem zu wählenden Verzeichnis gespeichert.

Die Treiber-Installation unter Windows gestaltet sich gewohnheitsgemäß etwas widerspenstig:
Nach Anschluss des MK3 an Multiplus II und Rechner erkennt Windows ein neues Gerät im Gerätemanager und verlangt nach dem Treiber. Die automatische Suche kann man sich schenken, denn Windows findet – mangels rekursiver Suche immer noch nicht – die verfügbaren Treiber auf der Festplatte.

Je nach Chipsatz (AMD64 / i386) des Rechners muss der zuvor gespeicherte Treiber in dem entsprechenden Installationsverzeichnis .../USBDrivers/MK2_MK3_USB/ ARM64 oder .../USBDrivers/MK2_MK3_USB/x86, bzw. für ARM-Prozessoren .../USBDrivers/MK2_MK3_USB for ARM/ARM64 oder .../USBDrivers/MK2_MK3_USB for ARM/x86 gesucht und installiert werden.

Windows erkennt nun ein neues Gerät und einen COM-Port, dem allerdings, der Treiber fehlt. Gleiches Prozedere wie zuvor, die Verzeichnisse durchgehen bis Windows den COM-Port-Treiber aus einem der o.g. Verzeichnisse erkannt und installiert hat.

Jetzt sollten im Gerätemanager keine fehlenden Treiber mehr bemängelt werden und VE Configure 3 kann gestartet werden.

Start-Screen VE Configure 3

COM-Port Verbinden

Unter dem Menüpunkt Port Selection findet sich unter dem ersten Menüpunkt der Unterpunkt Auto detect (not for MK1), sowie (z.B.) Com port 3, sofern die Treiberinstallation vollumfänglich geglückt ist.

Klick auf Com Port 3 stellt die Verbindung des Rechners mit dem Multiplus II her, lädt die aktuellen Daten und stellt sie in VE Configure 3 dar.

Verbindung hergestellt – Daten werden gelesen

Einstellmöglichkeiten

Für alle Tabs gilt: jede Änderung wird farblich hervorgehoben und muss vor Wechsel eines Tabs mit Klick auf den Button links unten Send Settings gespeichert werden. Nach erfolgter Sicherung der Änderungen werden die Angaben wieder in schwarzer Schrift dargestellt.

Geändert Daten speichern

Will man testen, ob die Änderungen auch wirklich geschrieben wurden, kann mit Klick auf den darüber befindlichen Button Get Settings der Speicher ausgelesen und die Werte überprüft werden.

Multiplus – Status

Das Status-Fenster Multiplus II oben links stellt die aktuellen Ein- und Ausgangs-Parameter dar und bleibt in jeder Tab-Ansicht erhalten. Mit Klick auf den Button show VE.Bus monitor resultiert in einer separaten Ansicht.

VE.Bus monitor Status-Fenster

Tab – General

Neben der Frequenzwahl 50 / 60 Hz kann der eingangsseitig maximal zulässige Strom festgelegt werden. Ob eine Anpassung dieses Wertes mittels Fernbedienung zulässig ist, hängt von der Aktivierung der Check Box Override by remote ab.

  • AC input current limit

Bei Generator-Betrieb begrenzt dieser Wert den maximal möglichen Stromverbrauch des Multiplus-Laders, um den Generator vor Überlast zu schützen. Ein empfohlener Wert beträgt unter 80 Prozent der Generator-Leistung dividiert durch die Spannung.

Beispiel:

Generator-Nennleistung 4.000 W, davon 80% entsprechen 3.200 W, dividiert durch 230 V = 13,9 A.
Daraus folgt 13 A als einzutragender Wert.

  • Dynamic current limiter – Diese Funktion berücksichtigt das Trägheitsmoment von Inverter Generatoren wie z.B. der Honda EU Serie beim Einschalten größerer Lasten.
  • External current sensor ist zu aktivieren, wenn beim Multiplus II ein externer Stromsensor angeschlossen ist.
  • Enable battery monitor stellt die systemseitige Auswertung von Batteriedaten der hauseigenen Batteriesysteme dar, sofern aktiviert.
General – Settings

Tab – Grid

  • Country / grid code standard definiert landesspezifische Einstellungen, sofern in das öffentliche Netz eingespeist werden soll. Andernfalls, wie hie rgezeigt, wird keine Auswahl getroffen.
  • Transfer switch let fest, wann das Gerät eine Netzverbindung trennt, bzw. eider herstellt. Die Standardeinstellungen sollten nur in spezifischen Konstellationen verändert werden.
  • UPS function aktiv gesetzt, sorgt bei Anschluss an das öffentliche Netz bei Ausfall desselben für eine lückenlose Fortsetzung der Stromversorgung für die angeschlossenen Verbraucher.
    Bei Einsatz als Insellösung ist diese Funktion abzuschalten, da hier ein Laden der Batterien auch dann gegeben sein soll, wenn die Qualität der Spannungsversorgung, z.B. über einen Generator, nicht den optimalen Bedingungen entspricht.
Grid – Setting

Tab – Inverter

  • Ground relay aktiv bedeutet bei 120 / 230 V (Split-Phase) Modellen der L2-Wechselrichter-Ausgang deaktiviert wird.
    Ist in der Installation ein FI-Schalter verbaut, soll das Erdungsrelais aktiviert sein. Bei geöffnetem internen Umschalter, wenn das Gerät im Wechselrichter-Modus betrieben wird, ist der Neutralleiter (N) des Wechselrichters mit PE verbunden. Schließt der interne Umschalter, so wird der Wechselstrom-Eingang zum Ausgang übertragen und N von PE getrennt.
  • DC input low shut down schützt die Batterie vor Tiefentladung und muss entsprechend der Herstellerangaben eingegeben werden.
  • DC input level restart / DC input low pre-alarm sind von einander abhängige Parameter: gleich welcher Parameter geändert wird, folgt der andere in gleicher Weise.
    Der Wert sollte stets mindestens 1 Volt oberhalb des Wertes DC input low shut-down liegen.
  • Do not restart after short circuit verhindert den Neustart des Gerätes bei Detektion eines Kurschluss-Ereignisses, während andere Überlastbedingungen nach deren Abklingen einen Neustart zulassen.
  • enable AES führt zu einem Sanftanlauf von Verbrauchern mit großer Last. Bei z.B. Mikrowellen, Heißluft-Backöfen oder Klimaanlagen führt dies jedoch zu einem Überlastverhalten und sollte dann deaktiviert bleiben.
  • PowerAssist stellt über den Inverter zu Lasten der Batterien zusätzlichen Strom zur Verfügung, um ein Ansprechen der eingangsseitigen AC Sicherung zu verhindern und den erhöhten Strombedarf des Verbrauchers zu liefern.
  • Assist current boot factor stellt den vom Inverter maximal zur Verfügung gestellten Leistungsbedarf dar. Der voreingestellte Wert 2 genügt den üblichen Einsatzanforderungen und wird als sicher angesehen. Eine Änderung sollte nur erfolgen, wenn die Folgen selbiger bekannt und als betriebssicher klassifiziert sind.
  • shut-down on SOC ermöglicht bei Einsatz von Victron-System-Batterien einen SOC-abhängigen Shut-Down, wenn ein spannungsabhängiges Kriterium als zu unsicher gilt. Die Werte sind herstellerspezifisch einzutragen.
Inverter – Settings

Tab – Charger

  • Enable charger aktiviert oder deaktiviert die Ladefunktion.
  • Weak AC input ist eine Funktion zur Verbesserung des Ladeverhaltens bei nicht der Norm entsprechenden Spannungsquellen (cos ϕ Verschiebungen), wie z.B. Generatoren, da sie cos ϕ in einem vertretbaren Rahmen hält.
  • Stop after excessive bulk ist ein Überladeschutz, der, wurde die Absorptions-Spannung nach zehn Stunden noch nicht erreicht, den Ladevorgang abbricht.
  • Lithium battery dient der Möglichkeit spezifische Batterieparameter lt. Herstellerangaben eintragen zu können.
  • Charge curve soll Adaptive sein. Nur in Fällen, in denen das Verhältnis von Ladevorgang und verwendeter Batterien nicht in Einklang steht, kann Fixed gewählt werden. So wird verhindert, dass die Ladespannung zu schnell oder zu langsam ansteigt und in Folge die Batterie überladen oder nicht ausreichend geladen wird.
  • Stop charge below bestimmt die Temperatur, ab der das Laden eingestellt wird. Lithium Batterien dürfen, sofern sie nicht beheizt sind, unter 0 °C nicht mehr geladen werden.
Charger – Settings

Tab – Virtual Switch

Specify virtual switch usage definiert die Verwendung der zwei integrierten Relais in Abhängigkeit von einstellbaren Kriterien. Eine ausführliche Beschreibung stellt Victron hier zur Verfügung.

Virtual Switch – Settings

Tab – Assistant Configuration

Assistants sind Apps innerhalb der Firmware, die bedarfsweise über den Button Add assistant aktiviert werden. Sie können u.a. dazu genutzt werden, einen Generator in Abhängigkeit der Systemlast und Batterie-Ladezustand automatisch zu starten oder abzuschalten.

Jeder hinzugefügte Assistant muss mit Klick auf den Button Start assistant aktiviert werden. Der nachfolgende Info-Text beinhaltet wichtige, ggf. mehrseitige Informationen und Voraussetzungen für den ordnungsgemäßen Einsatz des Assistenten, die zwingend zu beachten sind.

Manche Assistenten benötigen weitere Werte-Eingaben zur korrekten Funktion oder sind abhängig von zuvor zu installierenden Assistenten. Anweisungen hinsichtlich der Reihenfolge und gegenseitigen abhängigkeiten sind unbedingt zu befolgen.

Wurden alle Eingaben getätigt, erfolgt das Schreiben der Daten nach der Abfrage, ob das Setup gespeichert werden soll, verbunden mit dem Hinweis, dass das System während des Speichervorgangs ausgeschaltet wird, mit Klick auf den Button Yes.

Assistant Configuration – Settings

Tab – Assistant Tools

Sie dienen der Wartung, wie z.B. Assistant-Update, Reparatur eschädigter Assistant-Installationen oder auch di eVerwaltung selbst erstellter Assistants. Über Error-Reports lassen sich Fehler anzeigen und Ursachen lokalisieren.

VE Assistant Tools – Settings

Tab – Advanced

  • Limit internal charger to priorize other energy sourse ermöglicht die Schonung der Batterien, wenn andere Energiequellen verfügbar sind, wie z.B. Ertrag durch eine Photovoltaik- oder Windkraft-Anlage, die dann Vorrang erhalten.
VE Advanced – Settings

Victron Toolkit

Victron Toolkit ist eine App für iOS und Android, die einen Kabelquerschnitts-Rechner, eine numersiche, wie grafische Darstellung der Abhängigkeit zwischen Temperatur und Strom-, bzw. Leistungsabgabe und eine Übersicht der Bedeutung von LED-Status-Anzeigen sämtlicher victron-Produkte zur Verfügung stellt.

Insbesondere letzteres Feature ist in Fehlersituationen hilfreich, zumal man kaum alle Status-Anzeigen samt Bedeutung im Kopf hat.

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