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Verdacht auf Prostata-CA / Pankreas-CA?

Lesedauer 6 Minuten

Aktualisiert – Februar 14, 2026

Liegt der Verdacht auf ein Prostata-CA oder Pankreas-CA (Carzinom) vor, bringt eine Biopsie entweder die ersehnte Erleichterung oder ernüchternde Bestätigung der Verdachts-Diagnose.

Was aber kann man tun, um einerseits wirksam vorzubeugen oder gar, im Anfangsstadium, ggf. eine Operation mit doch nennenswerter Tragweite und Belastung zu vermeiden?

Dieser Frage ist die Universitäts-Klinik Heidelberg bzgl. des Prostata-CA schon vor 2013 im Rahmen ihrer eigenen Forschung innerhalb dieser Pilot study evaluating broccoli sprouts in advanced pancreatic cancer (POUDER trial) – study protocol for a randomized controlled trial (Stand 03.06.2014) auf den Grund gegangen. Auch andere Forscher haben sich dieser Fragestellung angenommen.

Mittlerweile kann man bereits auf einen nennenswerten Fundus bestätigender Studien hierzu zurückgreifen, die den anfänglich vagen Hoffnungsschimmer zu einem klaren und unverkennbaren Licht am Ende des Tunnels werden lassen.

Additiv senkt die i.v. Gabe von 75g Vitamin C (parallel zur Chemotherapie) bei Pankreas-Krebs im Stadium IV nachweislich dieser randomisiert kontrollierten Studie das Sterberisiko um 54 %.

Sulforaphan

Die Hoffnung ruhte anfangs auf dem Extrakt Sulforaphan des Brokkoli-Samens. Erstmals 1990 wurde Sulforaphan an der John Hopkins School of Medicine aus Brokkoli isoliert, um dessen antikanzerogene Wirkung näher zu untersuchen.

Mittlerweile ist diese, zunächst nur erhoffte, Wirkung bestätigt: Sulforaphan kann die Entwicklung von Krebszellen verhindern und Apoptose, den Zelltod von Krebszellen unterschiedlicher Krebsarten initiieren.

Sulforaphan ist ein Isothiocyanat, ein Senföl, das aus enzymatischer Hydrolyse des Senfölglykosids Glucoraphanin gewonnen wird.

Glucoraphanin

Glucoraphanin ist die stabile Vorstufe (Glucosinolat) von Sulforaphan. Durch das Enzym Myrosinase wird Glucoraphanin beim Kauen, Schneiden oder im Darm in das biologisch aktive Sulforaphan umgewandelt. Glucoraphanin ist im Gegensatz zu Sulforaphanin hitze- und lagerstabil.

Das Enzym Myrosinase ist im Bereich von 30 – 35 °C, Sulforaphan bis 40 °C und Glucoraphanin bis etwa 100 °C stabil. Darüber liegende Temperaturen führen zur Degradation (Zersetzung) der Wirkstoffe und damit zum teilweisen oder gänzlichen Wirkungsverlust.

Wirkstoffgehalt

Der Wirkstoffgehalt unterschiedlicher Brokkoliarten variiert, wie auch Anbaubedingungen, wie z.B. Boden, Mineralstoffe, Klima, Erntezeitpunkt und Lagerbedingungen Einfluss auf den Wirkstoffgehalt haben.

Ausgewachsene Brokkoliköpfe – 100g Frischgewicht

Brokkolisprossen (3-5 Tage gekeimt)

Brokkolisprossen enthalten 10- bis 100-mal mehr Glucoraphanin als ausgewachsene Brokkoliköpfe:

Brokkolisamen (ungekeimt/roh)

Verfügbare Präparate auf dem Markt

Präparate mit Glucoraphanin mit Myrosinase

Diese Präparate enthalten die stabile Vorstufe Glucoraphanin sowie das Enzym Myrosinase, sodass Sulforaphan erst im Körper „vor Ort“ gebildet wird.

Präparate mit Sprossen-Pulver/Granulat

Präparate mit Sprossen-Extrakt

Stabilisiertes Sulforaphan (höchste Bioverfügbarkeit)

Dosierungsempfehlungen

Wissenschaftliche Studien verwenden typischerweise:

  • Präventiv
    5-25 mg Sulforaphan pro Tag
  • Therapeutisch
    30-90 mg Sulforaphan pro Tag
    Entspricht ca. 0,4 mg Sulforaphan je kg Körpergewicht

Optimierung der Sulforaphan-Bildung

  • Myrosinase wird bei > 60°C zerstört
    Brokkoli nur roh oder kurz gedämpft (< 5 Min. bei < 60°C)
  • Gründlich kauen
    aktiviert die Myrosinase
  • Nach dem Schneiden ca. 40-90 Min. warten vor dem Erhitzen
    verdreifacht den Sulforaphan-Gehalt
  • Alternative
    Senfpulver zum gekochten Brokkoli geben (liefert Myrosinase)

Qualitätskriterien

  • Glucoraphanin + Myrosinase
    bevorzugt (höchste Stabilität)
  • Laborgeprüfte Chargen
    mit Gehaltsnachweise
  • Hergestellt aus Brokkolisamen oder Sprossen
    höchster Gehalt
  • Stabilisiertes Sulforaphan (Prostaphane)
    höchste Bioverfügbarkeit, iaber nur in Europa erhältlich

Darmgesundheit ist Voraussetzung

Der Darm spielt die wichtigste Rolle in Bezug auf die Umwandlung von Glucoraphanin in Sulforaphan. Ist die Darmflora gestört kann die Umwandlung des zugeführten Glucoraphanin in das benötigte Sulforaphan nicht in ausreichendem Maße erfolgen.

Eine Möglichkeit ist eine Darmreinigung / Entgiftung / Darmkur oder, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen eine zu große Belastung wäre, die Verwendung von Präparatem mit Myrosinase notwendig.

Wirkung

Während bekannte Antioxidantien wie z.B. Vitamin C, E, β-Carotin freie Radikal auf direktem Wege neutralisieren, beschreitet Sulforaphan einen anderen, wirkungsvolleren Weg.

Es aktiviert Phase-II-Enzyme, die körpereigene Abwehrmechanismen antioxidativer Natur auslösen. Sulforaphan zerstört Mikrotubuli, das Zellskelett, sowie essenzielle Stoffwechselwege der Tumorzellen und führt damit zur Zerstörung derselben.

Neben diesen für Carcinome bedeutsamen Wirkungen, wartet Sulforaphan mit weiteren positiven Eigenschaften auf.
So soll es u.a. gegen den, für Magengeschwüre verantwortlichen, Keim Helicobacter pylori, sowie andere, gegen herkömmliche Antibiotika resistent gewordene Keime, wirksam sein.
Weiter wurde eine günstige Wirkung auf Gesamtcholesterin, LDL und Triglyceride, sowie Leberenzyme beschrieben.

Studien

Prostata-CA

Für nicht des medizinischen Englisch Mächtige sei auf die eingangs erwähnten, deutschsprachigen und grundlegenden Publikationen der Universitätsklinik Heidelberg verwiesen.

Pankreas-CA

Hinweis: Bei fortgeschrittenem Pankreaskrebs sollte mit dem Arzt gesprochen werden, da hochdosierte Brokkoli-Sprossen-Supplemente während der Chemotherapie Übelkeit und Erbrechen verstärken können.

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