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DMSO (Dimethylsulfoxid), CDL (Chlordioxid-Lösung – identisch mit CDS (Chlorine Dioxide Solution) und MMS (Master Mineral Solution)), zwei Substanzen, die einerseits in den Himmel gehoben, andererseits verteufelt werden.
Dieser Beitrag soll dem Leser die Möglichkeit einer möglichst objektiv ausgerichteten Meinungsbildung an die Hand geben.
Deshalb wird der Beitrag etwas ausführlicher als rein wissenschaftlich nötig: Es werden bezüglich beider Substanzen sowohl die Historie, die „landläufige Auffassung“, als auch die wissenschaftliche Seite ausführlich zu Wort kommen.
Wie gewohnt, werden einzelnen Aussagen Quellen zum Nachweis angegeben.
DMSO
Grundnarrative
DMSO, der medizinische Alleskönner. Noch vor Jahren in jeder Hausapotheke zu finden, ein natürliches Heilmittel mit geringsten Nebenwirkungen und ganzheitlicher Wirkung.
Es wird als Transporthelfer für andere Substanzen beschrieben, fördert die Penetration durch die Haut und Zellmembranen, bringt auf diese Weise Wirkstoffe direkt an den Ort des Geschehens.
Gleichfalls werden DMSO entzündungshemmende, schmerzlindernde, wie antioxidative Eigenschaften zugeschrieben.
Im Daniel Peter Verlag ist „Das DMSO-Handbuch: Verborgenes Heilwissen aus der Natur Gebundene Ausgabe Deutsch“ von Dr. Hartmut Fischer, Chemiker und Heilpraktiker erschienen.
DMSO mit „Heilwissen aus der Natur“ zu bezeichnen ist allerdings fehlgeleitet, denn Dimethylsulfoxid ist nicht direkt aus natürlichen Quellen als reines, biologisch gewonnenes Produkt verfügbar, sondern ein synthetisches Abfallprodukt der Zellstoffherstellung.
歴史
Alexander Michailowitsch Zaytsev (02.07.1841 – 01.09.1910 – russischer Chemiker, Universität Kasan) forschte 1866 systematisch an Alkylsulfiden, die aus Holzdestillationsprodukten gewonnen wurden. So gelang es ihm erstmals durch Oxidation von Dimethhylsulfid mit Salpetersäure, Dimethylsulfidoxid (DMSO) zu synthetisieren. Dies veröffentlichte er 1867 in Justus Liebigs Annalen der Chemie und Pharmacie, Band 144, Seiten 148 – 156 mit dem titel „Ueber die Einwirkung von Saltpetersäure auf Schwefelmethyl und Schwefeläthyl“. Liebigs Annalen galt im 19. Jahrhundert als das führende internationale Journal für organische Chemie und wichtigstes Publikatoipnsorgan für deutsche, wie internationale Chemiker.
Im Jahre 1953 wurde DMSO als Lösungsmittel kommerziell eingeführt, das polare, wie unpolare Substanzen löst, mischbar mit Wasser ist und einen relativ hohen Siedepunkt von 189 °C bei 1013 hPa aufweist.
Erst 1963 lebte die Forschung um DMSO wieder auf, als Stanley Jacob MD, einem renommierten Chirurgen und Robert John Herschler, die beide an der Oregion Health Scienses University beschäftigt waren, dessen medizinischen Eigenschaften entdeckte und 1964 publizierten: Jacob SW, Bischel M, Herschler RJ. „Dimethyl sulfoxide (DMSO): a new concept in pharmacotherapy“ Current Therapeutic Research, Clinical and Experimental 1964; Band 6: Seiten 134-135.
Jacob, der mit 24 Jahren bereits seinen medizinischen Abschluss an der Ohio State University erwarb, war ursächlich auf der Suche nach einer Substanz, die es ihm ermöglichte, Organe, insbesondere Nieren, ohne Schaden einfrieren und konservieren zu können.
11 Jahre später hatte er bereits mehr als 40 Artikel zu medizinischen Themen veröffentlicht.
Er kam 1959 als Leiter der Transplantationsgruppe an die University of Oregon Medical School und wurde damit Teil der ersten menschlichen Nierentransplantation der Welt.
Herschler entdeckte bei einem Laborunfall, dass DMSO mit einem Farbstoff vermischt in die Haut gebracht wurde, wie auch seine DMSO-„Tinte“ in einen Zweig getrieben wurde, woraus er folgerte, dass es in ähnlicher Weise wohl auch Antibiotika in den Körper zu transportieren vermochte.
Er war der Industriechemiker, der Verbindungen in die industrielle Welt herstellte. So gewann er Crown Zellerbach, Hersteller von DMSO, als Patent-Partner, was die Medienberichterstattung im Dezember 1963 explodieren ließ.
Crow Zellerbach beabsichtigte mit sechs Pharmaunternehmen gleichzeitig zu arbeiten, was zu einem Wettlauf als Erster auf den Markt zu kommen verursachte.
Ebenfalls entdeckte Herschler Methylsulfonylmethan (MSM), einem DMSO-Metaboliten, der heute als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) auf dem Markt ist.
Er trieb auch die Grundlagenforschung zum Verständnis der Wirkungungsweise von DMSO im menschlichen Körper voran, indem er den alternativen Schwefel-Stoffwechsel bei Säugetieren entdeckte.
1965 bereits stoppte die FDA wegen mehrerer Vorfälle im Zusammenhang mit der Anwendung von DMSO an Tier und Mensch sämtliche Forschungen an DMSO weltweit.
Anlass dafür waren Meldungen aus der Fachpresse über zwei nicht aufgeklärte Todesfälle nach DMSO-Therapie, ein Todesfall aus アイルランド* aufgrund fraglicher allergischer Reaktion (Fußnote 4 in der Quellenangabe).
All jene Fälle wurden in Zeiten vor der Digitalisierung von Inhalten berichtet und sind daher nur in den archivierten Printmedien nachzulesen.
Weitere Quellen:
- *The Untapped Healing Potential of DMSO
- DMSO Is Not a Cure-All – McGill University
Erwähnt den Irland-Fall - The Remarkable History and Safety of DMSO
Detaillierteste Diskussion
- 1966 – Time Magazine – The Mess in FDA
- 1978 – Washington Post – Nachruf
- 2019 – Systematischer Review zu DMSO-Nebenwirkungen
Wissenschaftliche Diskussion – Historie
Das rigorose FDA-Verbot basierte auf den o.g. Fällen und Tierversuchen, in denen – mit weit höherer Dosierung als beim Menschen -, ophthalmologische Schäden auftraten, die bei menschlichen Probanden nicht verzeichnet wurden.
申し込み
Zulässige medizinische Anwendungen
Humanmedizin
- topisch zur Schmerzlinderung**, Entzündungshemmung, Abschwellung und Durchblutungsförderung, sowie Glättung von Narbengewebe durch Kolagenabbau
- Penetrationsverstärkung für z.B. Antimykotika (Warzen, Nagelpilz), ggf. mit EDTA (Ethylendiamintetraacetat) Zusatz
- Kryobiologie (Konservierung von Organen, Stammzellen, Knochenmarkzellen und Embryonen
- in der interventionellen Radiologie**
Veterinärmedizin
- Interstitielle Zystitis/Blasenschmerzsyndrom (IC/BPS), eine refraktäre chronische Zystitis unbekannten Ursprungs (RIMSO-50® – Zulassung nur in den USA und Japan)
für schmerzempfindliche Patienten sind die ersten 2-3 Anwendungen unter Anästhesie durchzuführen
Meta-Analyse – Fazit: „Evidenzbasierte statistische Analyse der Literatur zur intravesikalen DMSO-Behandlung bei interstitieller Zystitis/Blasenschmerzsyndrom zeigt, dass diese Therapie sowohl wirksam als auch sicher ist.“
そして
„Warnhinweise: DMSO kann die Freisetzung von Histamin initiieren, und es gab gelegentliche Überempfindlichkeitsreaktionen bei topischer Anwendung von DMSO; dies wurde bei einem Patienten berichtet, der intravesikales RIMSO-50® erhielt.“ - seit 1970 – topische Anwendung für Pferde zur Behandlung akuter Schwellungen aufgrund von Traumata, sowie muskuloskelettale Verletzungen, außer bei Zuchthengsten und trächtigen Stuten
Für Hunde topisch zur Behandlung akuter Schwellungen aufgrund von Traumata
Produkte: DOMOSO® und SYNOTIC® (Diamond Laboratories Inc., Des Moines, Iowa)
„Warnhinweise: Veränderungen im Brechungsindex der Augenlinse und nukleäre Katarakte wurden bei Tieren mit der Verwendung dieses Medikaments beobachtet; dies scheint mit Dosierung und Therapiedauer zusammenzuhängen.„
Off-Label Anwendungen
Humanmedizin
- Diverse Hauterkrankungen bei Hunden (Calcinosis cutis, Leckdermatitis)
- Post-operative Behandlungen in der Veterinärmedizin
- „Blasen-Cocktails“ mit zusätzlichen Medikamenten (IC/BPS)
Veterinärmedizin
- Hufrehe bei Pferden
Nicht evidenzbasierte Anwendungen
Humanmedizin
- Arthritis
- Geschwüre bei Sklerodermie
- Muskelzerrungen
- Prellungen
- Hautinfektionen
- Verbrennungen
- Wunden
- psychische Erkrankungen
- Patienten berichten nach Anwendung von DMSO-basierten Augentropfen positiv von sich auflösenden Katarakten, verschwindenden Floatern, umkehrender Makuladegeneration und sich bessernder, eigentlich lebenslanger, Blindheit.
Allerdings wurden diese Berichte nie klinisch untersucht und bestätigt.
計算機設計言語
— wird fortgesetzt —