Zum Inhalt springen

Armaflex AF vs. Kork

Lesedauer 2 Minuten

Armaflex AF oder Kork, diese Frage stellt sich jenen, die einen Kastenwagen zum Wohnmobil umbauen und ihn wintertauglich isolieren wollen.

Nachfolgend sollen beide Varianten hinsichtlich gesundheitlicher, wie dämmtechnischer Eigenschaften, aber auch bezüglich Kosten und Arbeitsaufwand verglichen werden.

Pro und kontra

Wer die Alternative Kork in Betracht zieht, fürchtet meist primär, dass, wie hin und wieder zu lesen, Armaflex gesundheitsbedenkliche Stoffe ausdünstet. Diese Befürchtung ist hinsichtlich mancher Varianten von Armaflex berechtigt.
Armaflex AF hingegen ist geschlossenporig und verströmt keinerlei unguter Gerüche, weder die Nase, noch die Gesundheit betreffend.

Kork ist eine vergleichsweise sehr viel kostenträchtigere Isolationsmethode, will man damit einen Kastenwagen rundum isolieren. Wer es sich finanziell erlauben kann, dem sei Kork durchaus empfohlen.

Das Dämmvermögen von Armaflex AF als Plattenware liegt bei 0,033 W/(m · K), während gepresstes Korkgranulat 0,038 – 0,040 W/(m · K) aufweist, also geringfügig schlechter dämmt. Ein Aufbau in nachfolgend beschriebener Weise dürfte mit einer Armaflex AF Dämmung von 19 mm wärmetechnisch gleichziehen.

Kosten-Vergleich

In Summe kann man für die Kork-Isolation in der unten beschriebenen Vorgehensweise mit einem fünffach höheren Kostenfaktor von gut 100 Euro je Quadratmeter Fläche rechnen, verglichen mit Armaflex AF zu rund 20 Euro.
Kalkuliert man für einen kompletten L4H3-Aufbau in Vollisolation mit Armaflex AF rund 600 Euro, wird man bei ausnahmslosem Korkeinsatz bei etwa 3.000 Euro landen.

Wer nicht ganz so mit Geld gesegnet ist, dem sei ans Herz gelegt, zumindest den Boden des Fahrzeugs mit Kork zu isolieren. Das bietet einige Vorteile hinsichtlich Gewichts- und Arbeitsersparnis, dies bei immerhin noch „nur“ etwa vierfachem Kostenaufwand. Verklebt man die Korkstreifen und Platten mit speziellem Kontaktkleber, ist die Korkvariante deutlich aufwendiger.

Aufbau mit Armaflex AF und / oder Kork im Vergleich

Üblicherweise klebt man bei der Armaflex AF Variante auf die erhabenen Profilierungen des Bodens Holzleisten und kleidet dazwischen mit Armaflex AF aus. Ggf. baut man, um 90° versetzt, eine zweite Lage auf, um die perfekte Bodenisolierung, auch für Regionen mit extremen Minustemperaturen, zu erreichen. Auf diese zweite Lattenlage wird der vorhandene Boden gelegt und verschraubt.
Je nach Steifigkeit der verwendeten Bodenplatte müssen die Leistenabstände der oberen Lattungslage recht eng gewählt werden, um eine mechanische Druckbelastung des Armaflex AF beim Begehen zu vermeiden.

Mit Korkplatten lassen sich, ohne jegliche Lattung, die Vertiefungen maßgerecht ausfüllen, indem man schlicht von unten nach oben in der Breite leicht zunehmende Korkstreifen von etwa 3 mm Dicke zuschneidet und so die Vertiefungen ausfüllt. Ist zwar eine ordentliche Puzzle-Arbeit, aber zweckmäßig.
Sobald diese Vertiefungen alle bündig mit Korkstreifen zu einer planen Fläche aufgearbeitet wurden, folgt jetzt eine Schicht Industriekork-Platten von 20 mm Dicke.
Als abschließende 3 mm dicke Teppich-Schicht (140 x 550 cm) mit gummierter Rückseite fungiert z.B. Corcoleum.

Fazit

Letztlich ist es eine Geldfrage, ob man sich für ausschließliche Armaflex AF Dämmung, eine Kombination aus Kork-Boden- und Armaflex AF Wand- und Deckendämmung, bzw. eine reine Armaflex AF Dämmung entscheidet.

Die Dämmeigenschaften sind prinzipiell vergleichbar und damit kein zwingendes Argument dafür oder dagegen.

Wer den wohnlichen Kork-Charakter bevorzugt, aber dennoch nicht über die finanziellen Mittel im erforderlichen Maße verfügt, der mag auf die mit Armaflex AF gedämmte Bodenplatte den Kork-Teppich aufkleben. So sind Optik und Haptik von Kork gegeben, ebenso eine solide Dämmung mit relativ geringem Arbeitsaufwand realisiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

de_DEDeutsch